Achttausender-Königin Sun Südkoreanischer Verband bezweifelt Gipfelerfolg

Schwerer Rückschlag für eine umstrittene Top-Alpinistin: Der eigene Verband hält eine der Achttausender-Besteigungen der Südkoreanerin Oh Eun Sun für nicht glaubwürdig. Das erhärtet Zweifel, ob die 44-Jährige tatsächlich die erste Frau auf den 14 höchsten Gipfeln der Welt war.

AFP/ KBS TV

Seoul - Der von Experten seit längerem angezweifelte Achttausender-Rekord der südkoreanischen Bergsteigerin Oh Eun Sun wird auch von ihrem eigenen Verband nicht für glaubwürdig gehalten. Oh habe den Gipfel des Kanchenjunga möglicherweise gar nicht erreicht, teilte der südkoreanische Bergsteigerverband am Freitag in Seoul mit.

Alle Teilnehmer einer Sitzung am Donnerstag hätten darin übereingestimmt, dass die von Oh vorgelegten Fotos, mit denen sie die Gipfelbesteigung beweisen wollte, "nicht mit der tatsächlichen Landschaft übereinstimmen", sagte Lee Eui Jae, Generalsekretär des Verbands.

Oh akzeptierte die Entscheidung nicht. Die Sitzungsteilnehmer hätten bereits im Vorfeld Zweifel gehabt, sagte sie. "Ihre Meinung stand vielleicht schon vor dem Treffen fest." Die 44-Jährige hatte im April den Gipfel der Annapurna in Nepal bestiegen und damit für sich beansprucht, als erste Frau alle 14 Achttausender-Gipfel der Welt bezwungen zu haben. Kurz darauf erklärte auch die 36 Jahre alte Spanierin Edurne Pasaban, alle mehr als 8000 Meter hohen Gipfel erklommen zu haben.

Die in Nepal ansässige US-Expertin Elisabeth Hawley hatte zuvor Zweifel geäußert, dass Oh im Mai 2009 tatsächlich den 8586 Meter hohen Gipfel des Kanchenjunga bestiegen habe. Und auch Pasaban sagte, sie habe bereits "seit einem Jahr Zweifel" am Wahrheitsgehalt von Ohs Darstellung gehabt. Sie habe Ohs Sherpas getroffen, die gesagt hätten, mit der Südkoreanerin nicht den Gipfel erreicht zu haben.

Auch die österreichische Höhenbergsteigerin Gerlinde Kaltenbrunner hatte versucht, als erste Frau alle 14 Achttausender zu erklimmen. Sie scheiterte im August zum wiederholten Mal bei ihrem Versuch, den Gipfel des K2 im Himalaja zu bezwingen.

sto/AFP



insgesamt 15 Beiträge
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Seite 1
nixus_minimax 27.08.2010
1. Sehr zweifelhaft
Zitat von sysopSchwerer Rückschlag für eine umstrittene Top-Alpinistin: Der eigene Verband hält eine der Achttausender-Besteigungen der Südkoreanerin Oh Eun Sun für nicht glaubwürdig. Das erhärtet Zweifel, ob die 44-Jährige tatsächlich die erste Frau auf den 14 höchsten Gipfeln der Welt war. http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,714259,00.html
das diese höchst umstrittene Alpinistin tatsächlich alle achttausender erklommen hat. Ich glaube es nicht, abgesehen davon das die anderen Alpinistinnen nicht so ein Zinnober darum machen.
saul7 27.08.2010
2. ++
Zitat von sysopSchwerer Rückschlag für eine umstrittene Top-Alpinistin: Der eigene Verband hält eine der Achttausender-Besteigungen der Südkoreanerin Oh Eun Sun für nicht glaubwürdig. Das erhärtet Zweifel, ob die 44-Jährige tatsächlich die erste Frau auf den 14 höchsten Gipfeln der Welt war. http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,714259,00.html
Wenn sie keine klaren Beweise vorlegen kann aus denen eindeutig hervorgeht, dass sie alle Achttausender bestiegen hat, dann gebührt ihr eben nicht dieser seltsame Rekord!!
albert schulz 27.08.2010
3. verdammt spannend.
aber gibt es noch etwas weniger Wichtiges ?
bernardmarx 28.08.2010
4. Elizabeth Hawley
Wer nun wie oft oder wie schnell irgendwelche Gipfel besteigt ist mir eigentlich ziemlich egal. Aber es freut mich enorm zu hören, dass Miss Hawley immer noch für Ordnung sorgt am Himalaja. Möge sie noch lange gesund bleiben und weiterhin für Ordnung sorgen. http://de.wikipedia.org/wiki/Elizabeth_Hawley
Zephira 28.08.2010
5. Entgegnung
Zitat von albert schulzaber gibt es noch etwas weniger Wichtiges ?
Ein Angler saß am Teich und hielt die Rute und wartete darauf, daß ein Fisch anbiß. Ein Mann stand schräg hinter ihm und sah ihm zu. Nach langem Schweigen redete der Mann den Angler an: "Ich kann mir nichts Langweiligeres denken als angeln." - "Doch", entgegnete der Angler, "zusehen!" Immer wieder witzig und traurig zugleich, wie Leute aktiv Artikel suchen, um dann lautstark zu bekunden, wie wenig sie das interessiert. Da fragt man sich, warum sie nicht aufs Kommentieren verzichten, geschweige denn von vornherein andere Artikel lesen? Kein Leben?
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