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28. Juni 2012, 09:06 Uhr

ADAC-Test

Jede fünfte Messstelle in Badeseen verunreinigt

Zwölfmal "bedenklich" und einmal "mangelhaft": Der ADAC hat die Flachwasserbereiche von 60 Badeseen getestet und gerade dort, wo Kinder spielen, Verunreinigungen gefunden. Testverlierer ist ein Strandbad am Bodensee.

München - Unmittelbar vor der Haupturlaubssaison hat der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) die Sauberkeit der deutschen Badeseen beanstandet. An jeder fünften von insgesamt 60 Messstellen in den Badeseen stellten die Prüfer zu hohe Keimkonzentrationen im Flachwasser fest, wie der Automobil-Club am Donnerstag mitteilte. Oft seien dort die vom Umweltbundesamt empfohlenen Grenzwerte für Badeverbote deutlich überschritten worden.

Auf den ersten Platz kam der Badestrand vor dem Campingplatz Godau am Südwestufer des Großen Plöner Sees in Schleswig-Holstein. Der Strand wurde mit der Note "sehr gut" bewertet. Weitere zwölf Seen erhielten die Bewertung "sehr gut". 19 Mal wurde die Note "gut" vergeben, 15 Mal "ausreichend". Zwölf Messstellen wurden jedoch mit der zweitschlechtesten ADAC Benotung "bedenklich" eingestuft.

Testverlierer mit "mangelhaft" war eine Messstelle im Strandbad Horn in Gaienhofen am Bodensee. Dort wurde eine sehr hohe Konzentration von sogenannten Intestinalen Enterokokken gemessen. Gesundheitsgefährdende Keimkonzentrationen dieser Art könnten gerade bei Kindern Infektionen auslösen, warnten die Experten. Für eine solche Verunreinigung sei häufig Tierkot verantwortlich.

Die Gemeinde selber protestiert gegen die schlechte Note: Seit Jahren wird uns durchweg eine gute bis ausgezeichnete Wasserqualität bescheinigt", sagte Gaienhofens Bürgermeister Uwe Eisch am Donnerstag. Das Kreisgesundheitsamt habe einmal zufällig genau am selben Tag wie der ADAC am Strandbad Horn eine Probe entnommen und eine gute Wasserqualität festgestellt. "Ich halte das schon für ein bisschen fragwürdig", sagte Eisch. Auch das Landesgesundheitsamt des Freistaates versicherte am Donnerstag: "Die Wasserqualität der bayerischen Badeseen ist hervorragend."

Eine gute Qualität bescheinigte den deutschen Seen und Flüssen erst im Mai eine EU-Studie. Bei den Binnengewässern erreichten gut neun von zehn Badestellen eine "exzellente Bewertung".

Der ADAC wies die Vorwürfe zurück. Während die Behörden ihre Proben im tieferen Bereich ab ein Meter Wassertiefe entnähmen, habe der ADAC seine Proben bewusst in den von Kindern stark frequentierten Flachwasserzonen bis 30 Zentimeter Wassertiefe genommen. Die Experten zogen zwischen Juni und August 2011 jeweils drei Wasserproben pro Messstelle.

abl/dapd/dpa

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