Ägäis Kreuzfahrtschiff erlitt fünf Meter langen Riss

Die Kreuzfahrt der "Aquamarine" in der Ägäis ist zu Ende. Das zyprische Kreuzfahrtschiff wurde bei der Ausfahrt aus einem Hafen schwer beschädigt - dennoch setzte der Kapitän die Fahrt fort. Erst die Küstenwache stoppte das Schiff.


Piräus - Einen Tag lang ist das zyprische Kreuzfahrtschiff "Aquamarine" mit einem rund fünf Meter langen Riss im Rumpf unterwegs gewesen. Erst am Freitagmorgen wurde die Kreuzfahrt in der Ägäis abgebrochen. Alle 872 Urlauber und die rund 450 Besatzungsmitglieder sind wohlauf. Das Schiff lief in der Hafenstadt Piräus ein, teilte die Küstenwache mit. Die überwiegend aus Frankreich und den USA stammenden Passagiere wurden ausgeschifft, berichtete das Fernsehen weiter.

"Aquamarine" im Hafen Piräus: Nach Havarie gestoppt
DPA

"Aquamarine" im Hafen Piräus: Nach Havarie gestoppt

Der Riss war am Vortag im Hafen der kretischen Hafenstadt Heraklion entstanden. Nach einem falschen Manöver berührte das Schiff die Kaimauer. Dabei entstand über der Wasseroberfläche ein etwa fünf Meter langer und drei Zentimeter breiter Riss. Trotz der Havarie setzte das Schiff seine Kreuzfahrt Richtung Vulkaninsel Santorin fort. Die Küstenwache ordnete schließlich an, die Fahrt abzubrechen.

Der Kapitän werde sich jetzt vor Gericht für seine Entscheidung auszulaufen verantworten müssen, hieß es seitens eines Sprechers der Küstenwache. "Wir haben nichts gemerkt. Es gab an Bord des Schiffes keine Beunruhigung", sagte einer der Passagiere im Fernsehen.

Die zyprische Reederei "Louis Cruises" führte den Unfall auf starke Winde im Hafen von Heraklion zurück. Ein Schiff der gleichen Reederei, die "Sea Diamond", war am 5. April vergangenen Jahres mit 1547 Menschen an Bord bei der Einfahrt in die Bucht der Vulkaninsel Santorin auf ein Riff gelaufen. 15 Stunden später sank das Schiff. Bis auf zwei Vermisste waren alle Passagiere und Besatzungsmitglieder von Fischer- und Ausflugsbooten in Sicherheit gebracht worden.

abl/dpa



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