Ägypten-Urlauber Fluglinien bieten kostenlose Umbuchungen an

Wer bei großen Veranstaltern wie TUI für diese Tage einen Ägypten-Urlaub gebucht hat, für den steht fest: Die Reisen sind zunächst abgesagt, das Urlaubsbudget gesichert. Auch einige Airlines bieten kostenlose Umbuchungen an. Kunden kleinerer Reiseunternehmen jedoch könnten Probleme haben.

AP

Düsseldorf/Berlin - Zahlreiche große Reiseveranstalter haben bereits am Dienstag ihre Ägypten-Reisen bis Mitte Februar abgesagt. (Hotlines siehe links im Kasten.) Auch viele Individualreisende können ihre Flüge in das nordafrikanische Land in den kommenden Tagen kostenlos umbuchen. Kunden von Veranstaltern, die noch Ägypten-Reisen anbieten, könnten allerdings in einer schwierigen Lage sein, wenn sie ihren Urlaub nach dem Sicherheitshinweis des Auswärtigen Amts nicht antreten wollen.

Zahlreiche Fluggesellschaften bieten nach eigenen Angaben wegen der aktuellen Unruhen entsprechende Kulanzregeln an, die sich aber im Detail unterscheiden. So können Nur-Flug-Kunden von Condor und TUIfly bis 28. Februar gebührenfrei auf ein anderes Ziel umbuchen oder ihren Flug stornieren. Air Berlin bietet Stornos für Flüge bis 14. Februar und kostenlose Umbuchungen ebenfalls bis 28. Februar. Lufthansa-Kunden können ihren Flug bis zum 15. Februar gratis umbuchen. Gebührenfreies Stornieren sei bei der größten deutschen Airline nur möglich, wenn ein Flug gar nicht stattfindet.

Solange noch Flüge zu Zielen in Ägypten angeboten werden, haben Individualreisende allerdings keinen rechtlichen Anspruch auf eine kostenlose Umbuchung oder Stornierung, erklärt Paul Degott, Anwalt für Reiserecht aus Hannover. Solche Flugpassagiere, zu denen viele Geschäftsreisende gehören, seien auf Kulanz der Fluggesellschaften angewiesen. Denn nach dem Kauf nur eines Flugtickets sei die Frage entscheidend, ob die Flüge stattfinden können - "was die Leute am Zielort machen, spielt keine Rolle", anders als bei Pauschalreisen.

Nicht alle Reisen nach Ägypten lassen sich derzeit einfach und vor allem kostenlos stornieren - oft betrifft das Kunden von Veranstaltern, die weiterhin Reisen nach Ägypten anbieten. Darunter sind viele kleinere Unternehmen, die eine Absage wirtschaftlich hart treffen würde.

"Wollen diese Kunden die Reise nicht antreten, müssen sie den Vertrag von sich aus kündigen und sich auf höhere Gewalt berufen", sagte Beate Wagner, Reiserechtsexpertin der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Allerdings sei es wahrscheinlich, dass der Veranstalter sich nicht darauf einlässt und entsprechend Stornogebühren verlangt. Akzeptiert der Kunde das nicht, bleibe ihm nur der Klageweg.

abl/dpa

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