Aer Lingus Hunderte strippen für Gratis-Flugtickets

Zwei Freiflüge für einen öffentlichen Strip: Mit einer ungewöhnlichen Marketing-Aktion wollte die irische Fluglinie Aer Lingus für Aufmerksamkeit sorgen. Doch trotz sonnigen Wetters in London blieb die Zahl der Teilnehmer hinter den Erwartungen zurück.


Ob Zuschauer das Spektakel für eine verfrühte St.-Patrick's-Feier hielten? Nur in Unterwäsche und mit ein paar überdimensionalen Papier-Kleeblättern bekleidet marschierten etwa 400 Briten durch das Zentrum Londons. Als Belohnung für die Teilnahme an der Werbeaktion erhielten sie je zwei Flugtickets. Der aufsehenerregende Umzug, der von Flugbegleitern angeführt wurde, war eine Werbeaktion für neue Strecken der Fluglinie Aer Lingus.

Die Polizei hatte vorher gewarnt, dass sie für vollkommene Nacktheit eine Strafe verhängen würde. Doch laut eines Sprechers der Fluglinie hielt sich nicht jeder daran, wie die Zeitung "Telegraph" berichtete. "Sobald sie außer Sicht der Polizisten waren, ignorierten viele der Teilnehmer die Warnungen und zogen sich vor den verdutzten, aber nicht uninteressierten Umstehenden komplett aus", sagte der Sprecher.

Treffpunkt waren die Jubilee Gardens im Zentrum Londons, dann ging es an der Themse entlang und vorbei am Riesenrad London Eye. Ursprünglich hatte die Fluglinie auf mehr als tausend Teilnehmer gehofft.

Für Aer Lingus ist verstärkte Aufmerksamkeit derzeit besonders wichtig. Die Fluglinie hatte in der vergangenen Woche einen Verlust vor Steuern von 120 Millionen Euro für das Jahr 2008 bekanntgegeben. Außerdem gibt es schon seit Monaten Streit mit dem Konkurrenzunternehmen Ryanair. Dort erwägt man eine formelle Beschwerde bei der irischen und Londoner Börsenaufsicht wegen angeblicher Fehlinformationen über den Erfolg des früher staatlichen Konkurrenten. Ryanair hatte im Dezember bereits zum zweiten Mal versucht, Aer Lingus zu übernehmen, war aber erneut abgeblitzt.

sto/dpa-AFX



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