Ab 2021 Aida Cruises will Brennstoffzellen auf LNG-Schiff testen

Aida Cruises hat das erste mit Flüssigerdgas betriebene Kreuzfahrtschiff auf See geschickt, jetzt will die Rostocker Reederei Wasserstoff als Energiequelle testen. Dafür sollen 2021 geeignete Brennstoffzellen zum Einsatz kommen.
"Aida Nova" in Lissabon

"Aida Nova" in Lissabon

Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn

Die Reederei Aida Cruises will von 2021 auf dem mit Flüssiggas betriebenen Kreuzfahrtschiff "Aida Nova" die Nutzung von Brennstoffzellen testen. Ziel des vom Bundesverkehrsministerium geförderten Projekts sei es, Lösungen für eine klimaneutrale Mobilität in der gesamten Schifffahrt aufzuzeigen, teilte Aida Cruises in Rostock mit.

Konkret gehe es um die Entwicklung eines dezentralen Energienetzwerkes und eines hybriden Energiesystems mit einer neuen Generation von Brennstoffzellen für den Einsatz auf Hochseepassagierschiffen.

Aida-Präsident Felix Eichhorn sprach von einem Meilenstein auf dem Weg zur emissionsneutralen Kreuzfahrt. Aida Cruises sei die erste Kreuzfahrtreederei weltweit, die diesen Schritt gehe. Das Unternehmen ist eine Marke des größten Kreuzfahrtunternehmen der Welt, Carnival Corporation.

Die Brennstoffzelle werde mit Wasserstoff betrieben, der aus Methanol gewonnen wird. Methanol könne künftig auch mit regenerativen Energien produziert werden. So böten Brennstoffzellen die Möglichkeit zu einer noch emissionsärmeren Energieversorgung an Bord als dies mit Flüssiggas möglich sei, hieß es.

Dabei sei die Brennstoffzelle für Aida auf eine deutlich längere Haltbarkeit ausgelegt als etwa Zellen für Autos. Erste Tests des Herstellers Freudenberg Sealing Technologies in Weinheim (Baden-Württemberg) hätten gezeigt, dass eine Lebensdauer von mehr als vier Jahren erreichbar ist.

Atmosfair kündigte Kooperation

Die 2018 in Dienst gestellte "Aida Nova" kann als weltweit erstes Kreuzfahrtschiff vollständig mit emissionsarmem Flüssiggas (LNG) betrieben werden. Bis 2023 sollen zwei weitere LNG-Schiffe von Aida Cruises auf Reisen gehen.

Gerade erst hat der CO2-Kompensationsanbieter Atmosfair die Zusammenarbeit mit Aida aufgekündigt. Die Bonner Non-Profit-Organisation begründet den Schritt damit, dass die Kreuzfahrtbranche nicht genug dafür tue, um die Ziele des Pariser Klimaabkommens umzusetzen.

Geschäftsführer Dietrich Brockhagen kritisierte, dass Ambition und Geschwindigkeit der bislang von den Reedereien ergriffenen Maßnahmen nicht ausreichten. Technisch reife Klimalösungen wie synthetisch erzeugtes LNG als Kraftstoff greife die Branche nicht auf. "Da wirkt dann die CO2-Kompensation wie vorgeschoben", sagte Brockhagen. Für die Zusammenarbeit mit der Rostocker Reederei ist Atmosfair stark kritisiert worden.

abl/dpa
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