Aida, MSC, TUI Cruises Kreuzfahrtschiffe laufen Türkei kaum an

Früher liefen Schiffe von Aida Cruises Istanbul, Antalya und Izmir an - jetzt sind die Häfen bis auf Weiteres aus dem Programm. Obwohl die Türkei wieder boomt, meiden auch andere Reedereien das Land.

Türkische Küste: "Keine Pläne, die Türkei wieder anzulaufen"
Robert Günther/ TMN

Türkische Küste: "Keine Pläne, die Türkei wieder anzulaufen"


Das östliche Mittelmeer als Reiseziel boomt in diesem Sommer - vor allem die Türkei. Dennoch steuern Kreuzfahrtschiffe der größten Anbieter auf dem deutschen Markt das Land nicht wieder an. In der Vergangenheit hatte die Regierung den Reedereien - wie auch Fluggesellschaften - sogar Subventionen angeboten.

Ein Überblick:

  • Aida Cruises teilte lediglich mit: "Aktuell gibt es seitens Aida keine Pläne, die Türkei wieder anzulaufen." Zu den Gründen äußerte sich die Rostocker Reederei nicht.
  • TUI Cruises teilte mit, die Türkei nie grundsätzlich aus dem Fahrplan gestrichen zu haben. Allerdings gibt es in diesem Jahr lediglich einen einzigen Anlauf in Bodrum. Als man vor zwei Jahren die Routen für 2019 entworfen habe, sei die Türkei "überhaupt nicht nachgefragt" gewesen, so ein Sprecher. In der Sommersaison 2020 werde das Land aber wieder häufiger angelaufen.
  • Costa Kreuzfahrten: Die Reederei läuft die Türkei in diesem Jahr gar nicht an. "Eine mögliche Rückkehr für 2020 könnten wir in Betracht ziehen", so eine Sprecherin.
  • MSC Cruises hat nach eigenen Angaben aktuell keine Reisen mit Anläufen in der Türkei im Angebot. Es seien auch keine kommenden Routen mit Türkei-Anläufen geplant. Gründe für diese Entscheidung nannte die Reederei auf Nachfrage nicht.

Auf die Frage, ob auch Sicherheitsbedenken in der Türkei eine Rolle spielen würden, antwortete keine der Reedereien. Das Auswärtige Amt weist in seinem Sicherheitshinweis darauf hin, dass terroristische Gruppierungen weiterhin versuchen könnten, Anschläge vor allem in großen Städten durchzuführen, und dabei gezielt auf Ausländer zielen könnten. Menschenansammlungen, auch auf öffentlichen Plätzen und vor touristischen Attraktionen, sowie der Aufenthalt nahe Regierungs- und Militäreinrichtungen sollten gemieden werden.

Die Zahl deutscher Urlauber in der Türkei war seit 2015 nach Attentaten, einem Putschversuch und Inhaftierung deutscher Bürger massiv eingebrochen und sind erst 2018 wieder gestiegen: 4,5 Millionen deutsche Gäste kamen, allerdings waren es 2015 noch rund 5,6 Millionen. Experten rechnen für dieses Jahr mit weiter steigenden Zahlen.

abl/dpa

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