Air-France-Absturz im Juni Ermittler fordern höhere Sicherheitsstandards

Neue Zulassungskriterien für Flugzeuge, eine bessere Sicherung der Flugdaten: Die Ermittler fordern nach dem tödlichen Unglück eines Air-France-Airbus im Juni neue Sicherheitsregeln für Langstreckenflüge. Bald soll die Suche nach dem Wrack wieder aufgenommen werden.

Geborgenes Flugzeugteil: Bei dem Unglück im Juni kamen 228 Menschen ums Leben
AFP

Geborgenes Flugzeugteil: Bei dem Unglück im Juni kamen 228 Menschen ums Leben


Paris - Der rätselhafte Airbus-Absturz am 1. Juni über dem Atlantik mit 228 Toten hat Schwächen in der Flugsicherheit aufgedeckt. Rund ein halbes Jahr nach dem Unglück fordern die französischen Ermittler als Konsequenz neue Zulassungskriterien für Langstrecken-Jets, eine bessere Sicherung der Flugdaten und Studien zur Wolkenbildung in großer Flughöhe.

Um die Ursachen des Absturzes doch noch aufzuklären, soll im Februar 2010 die Suche nach dem Wrack des Airbus A330 im Mittelatlantik wieder aufgenommen werden. Das teilte das französische Amt für Unfallanalyse BEA am Donnerstag in Paris mit.

Der Airbus war auf dem Nachtflug von Rio de Janeiro nach Paris in ein Unwetter geraten und abgestürzt. Dabei kamen alle 228 Insassen ums Leben, unter ihnen 28 Deutsche. Wegen Pannen bei der Datenübermittlung von der brasilianischen zur senegalesischen Flugüberwachung wurde erst sieben Stunden nach dem Absturz Alarm ausgelöst. Die Analyse der bisher gefundenen Wrackteile ergab, dass die Maschine praktisch intakt mit der Unterseite zuerst auf das Wasser schlug. Automatische Wartungsmeldungen zeigen, dass zuvor mehrere Systeme ausgefallen waren, weil die Messung der Fluggeschwindigkeit nicht funktionierte.

"Die genauen Umstände des Unfalls, geschweige denn seine Ursachen sind noch immer nicht bestimmt", heißt es in dem Bericht. Die französischen Ermittler verwiesen darauf, dass unter anderem die Flugschreiber der Maschine noch immer nicht gefunden seien.

Nach der Analyse anderer Ausfälle der Pitot-Sonden zur Geschwindigkeitsmessung hält das BEA die bisherige Ausrüstung der Flugzeuge nicht bei jeder Wetterlage für angemessen. Sie empfiehlt, die Bildung von Eiskristallen in großer Höhe besser zu erforschen.

Die Tests zur Zulassung der Pitot-Sonden "scheinen den Flügen in großer Höhe nicht angemessen zu sein", heißt es im Zwischenbericht. Die "Kriterien der Zertifizierung" müssten geändert werden.

sto/dpa/AFP



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