Pilotenstreik Air France streicht die Hälfte aller Flüge

Die Piloten von Air France treten ab Montag in den Streik. Sie wollen die geplanten Sparmaßnahmen der Fluggesellschaft nicht hinnehmen. Passagiere müssen umbuchen.

Airbus von Air France: Ab Montag fallen 50 Prozent der Air-France-Flüge aus
REUTERS

Airbus von Air France: Ab Montag fallen 50 Prozent der Air-France-Flüge aus


Passagiere von Air France müssen in der kommenden Woche mit Flugausfällen rechnen. Wegen eines Pilotenstreiks streicht die Airline ab Montag rund die Hälfte aller Flüge. Die Passagiere würden informiert und zum Umbuchen aufgefordert, sagte Air-France-Chef Frederic Gagey am Samstag im französischen Rundfunk.

Mit dem Ausstand wollen die Piloten gegen geplante Sparmaßnahmen protestieren. Sie drohen damit, eine ganze Woche lang nicht ins Cockpit zu steigen. Der Ausstand könne die Fluggesellschaft 10 bis 15 Millionen Euro täglich kosten, rechnete Gagey vor.

Air France-KLM will - wie auch Lufthansa - mit einem Ausbau des Billigangebots Marktanteile zurückerobern. Die Piloten der deutschen Airline hatten in den vergangenen beiden Wochen dreimal gestreikt, zuletzt am Mittwoch in München. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit droht mit weiteren Ausständen.

Air France und Lufthansa sind durch Billigflieger unter Druck

Air France und Lufthansa werden von Billig-Rivalen wie Ryanair und Easyjet sowie von den rasant wachsenden arabischen Airlines wie Emirates und dem Air-Berlin-Partner Etihad unter Druck gesetzt. Den Sparbemühungen bei Air France stellt sich eine mächtige Gewerkschaft in den Weg. Sie verlangt unter anderem für die Piloten der Billigtochter Transavia dieselben Arbeitsverträge wie bei Air France.

In Deutschland verleiht die Gewerkschaft mit der Streikwelle ihrer Forderung nach Beibehaltung einer betriebsinternen Frührente für die 5400 Lufthansa-Piloten Nachdruck.

mhu/Reuters



insgesamt 15 Beiträge
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diefreiheitdermeinung 13.09.2014
1. Merken Sie was ?
Air France, LH, Austrian, Alitalia, Iberia etc. - entweder seit Monaten in Diskussion über Tarifverträge, Streiks etc. während ganz Andere - aus Fernost und Mittelost die Passagiere aufsaugen. Und wer hats anscheinend nicht gemerkt dass auch hier eine Wende ansteht ? Die Geschäftsführungen der europ. Fluglinien schon aber weder Mitarbeiterschaft noch Gewerkschaften. Noch drei Jahre und die Hälfte der ehemaligen Semi-Monopilisten wird es nicht mehr geben. Und die Jobs auf denen die Gewerkschaften bestehen auch nicht.
Celegorm 13.09.2014
2.
Zitat von diefreiheitdermeinungAir France, LH, Austrian, Alitalia, Iberia etc. - entweder seit Monaten in Diskussion über Tarifverträge, Streiks etc. während ganz Andere - aus Fernost und Mittelost die Passagiere aufsaugen. Und wer hats anscheinend nicht gemerkt dass auch hier eine Wende ansteht ? Die Geschäftsführungen der europ. Fluglinien schon aber weder Mitarbeiterschaft noch Gewerkschaften. Noch drei Jahre und die Hälfte der ehemaligen Semi-Monopilisten wird es nicht mehr geben. Und die Jobs auf denen die Gewerkschaften bestehen auch nicht.
Man muss sich aber auch fragen: Was wären diese Firmen und die Jobs noch wert, wenn sich diese immer stärker einer sklaverei-ähnlichen Ausbeutung annähern? Oder anders gefragt: Was sollen die Mitarbeiter und Gewerkschaften denn machen? Sich freiwillig in noch ausbeuterische Arbeitsbedingungen drängen lassen? Ab einem gewissen Punkt muss man halt eine Linie ziehen, selbst wenn das bedeutet, dass man alles verlieren könnte..
baboinfinite 13.09.2014
3.
Schwachsinnig, die ohnehin große, aber träge Air France erst recht runterzuziehen bevor die neue Konkurrenz vor der Tür steht. Die Piloten werden früh genug merken, wer Schuld am Debakel ist.
Spiegelleserin57 13.09.2014
4. Arbeitsbedingungen?
Zitat von CelegormMan muss sich aber auch fragen: Was wären diese Firmen und die Jobs noch wert, wenn sich diese immer stärker einer sklaverei-ähnlichen Ausbeutung annähern? Oder anders gefragt: Was sollen die Mitarbeiter und Gewerkschaften denn machen? Sich freiwillig in noch ausbeuterische Arbeitsbedingungen drängen lassen? Ab einem gewissen Punkt muss man halt eine Linie ziehen, selbst wenn das bedeutet, dass man alles verlieren könnte..
die Folgen: wenn die Standby-Zeiten weiter gekürzt werden und auch die Piloten länger fliegen müssen wird die Anzahl der Unfälle steigen und die Luftfahrt wird unsicherer. Die Leidtragenden sind letztendlich die Passagiere, darüber muss sich jeder der gegen die Streiks wettert im Klaren sein. Es ist eben nicht wie in einem Bürojob: mal eine Stunde länger im Sessel sitzen sondern hier können Maschinen abstürzen. Wer möchte mit einer Crew fliegen in der Leute an ihrem Limit arbeiten? Schließlich soll der Flieger auch sein Ziel erreichen und gut landen. Fehler entstehen schneller wenn ein Mitarbeiter überlastet ist. Die Vorstellung vom Traum des Fliegens und absteigen in teuren Hotels dürfte wohl schon lange ein Traum sein..
Spiegelleserin57 13.09.2014
5. Konkurrenz????
Zitat von baboinfiniteSchwachsinnig, die ohnehin große, aber träge Air France erst recht runterzuziehen bevor die neue Konkurrenz vor der Tür steht. Die Piloten werden früh genug merken, wer Schuld am Debakel ist.
Die Piloten der anderen Gesellschaften werden auch streiken. Mal darüber nachgedacht ob Sie in einem Flieger sitzen wollen von dem Sie nicht wissen wie er landen wird? Dem Piloten muss nur einen Augenblick es gesundheitlich mal schlecht gehen und das Problem ist perfekt gemäß dem Title des Buches: Entschuldigung wir haben die Landebahn verfehlt!! Da ist das Absacken durch ein Luftloch noch gar nichts. Schon mal erlebt?
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