SPIEGEL ONLINE

SPIEGEL ONLINE

01. Oktober 2019, 13:08 Uhr

Ab 2020

Air France will CO2-Ausstoß aller Inlandsflüge kompensieren

Fliegen ist klimaschädlich, das wissen auch die Fluggesellschaften. Die französische Air France hat nun einen Plan angekündigt, um die CO2-Emissionen ihrer Inlandsflüge auszugleichen.

Die Luftfahrtbranche steht angesichts der weltweiten Klimabewegung derzeit unter Druck. Nun hat die französische Fluggesellschaft Air France angekündigt, ab 2020 viel Geld in Klimaschutzprojekte zu investieren - und damit den Ausstoß des Klimagases CO2 zu kompensieren.

"Vom 1. Januar 2020 an werden wir 100 Prozent der CO2-Emissionen unser inländischen Flüge ausgleichen", sagte Generaldirektorin Anne Rigail der französischen Regionalzeitung "Le Parisien". Die Airline mache das "freiwillig", es gehe dabei um Investitionen in Höhe von mehreren Millionen Euro. Das Interview wurde am Montagabend auf der Website der Zeitung veröffentlicht.

Gemeint sind die rund 500 Flüge, die Air France täglich innerhalb Frankreichs anbietet. Kompensiert werden sollen deren CO2-Emissionen durch die Finanzierung von Projekten zum Bäumepflanzen, zum Schutz der Wälder, zur Energiewende oder zur Wahrung der Biodiversität, wie Rigail ausführte. Frankreichs größte Fluggesellschaft will außerdem Einwegplastik an Bord ab Januar komplett abschaffen.

Eine Folge von Flugscham?

Danach befragt, ob sich das in Schweden populäre Phänomen der Flugscham, also des Verzichts auf das Fliegen wegen der hohen Klimabelastung, bereits bemerkbar mache, sagte die Air-France-Chefin, der Rückgang der Buchungen sei "nicht hoch genug", um eindeutige Ursachen feststellen zu können.

Im Juli hatte Frankreich verkündet, ab dem kommenden Jahr eine Ökosteuer auf Flugtickets einzuführen. Die Abgabe soll zwischen 1,50 Euro und 18 Euro pro Ticket betragen, wie Verkehrsministerin Elisabeth Borne mitteilte. Der Höchstbetrag wird demnach für Businesstarife der Langstrecke fällig. Die Regierung rechnet mit einem Erlös von jährlich gut 180 Millionen Euro. Er soll vor allem der Bahn zugutekommen.

Betroffen sind nach Angaben Bornes nahezu alle Flüge, die in Frankreich starten. Ausnahmen soll es für Umsteigeverbindungen geben, die über Frankreich gehen. Auch Flüge auf die Mittelmeerinsel Korsika und in die französischen Überseegebiete sind ausgenommen.

jus/dpa/AFP

URL:

Verwandte Artikel:


© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung