Ab 2020 Air France will CO2-Ausstoß aller Inlandsflüge kompensieren

Fliegen ist klimaschädlich, das wissen auch die Fluggesellschaften. Die französische Air France hat nun einen Plan angekündigt, um die CO2-Emissionen ihrer Inlandsflüge auszugleichen.

Eine Boeing 777 von Air France auf dem Pariser Flughafen Charles de Gaulle
Joel Saget/AFP

Eine Boeing 777 von Air France auf dem Pariser Flughafen Charles de Gaulle


Die Luftfahrtbranche steht angesichts der weltweiten Klimabewegung derzeit unter Druck. Nun hat die französische Fluggesellschaft Air France angekündigt, ab 2020 viel Geld in Klimaschutzprojekte zu investieren - und damit den Ausstoß des Klimagases CO2 zu kompensieren.

"Vom 1. Januar 2020 an werden wir 100 Prozent der CO2-Emissionen unser inländischen Flüge ausgleichen", sagte Generaldirektorin Anne Rigail der französischen Regionalzeitung "Le Parisien". Die Airline mache das "freiwillig", es gehe dabei um Investitionen in Höhe von mehreren Millionen Euro. Das Interview wurde am Montagabend auf der Website der Zeitung veröffentlicht.

Gemeint sind die rund 500 Flüge, die Air France täglich innerhalb Frankreichs anbietet. Kompensiert werden sollen deren CO2-Emissionen durch die Finanzierung von Projekten zum Bäumepflanzen, zum Schutz der Wälder, zur Energiewende oder zur Wahrung der Biodiversität, wie Rigail ausführte. Frankreichs größte Fluggesellschaft will außerdem Einwegplastik an Bord ab Januar komplett abschaffen.

Eine Folge von Flugscham?

Danach befragt, ob sich das in Schweden populäre Phänomen der Flugscham, also des Verzichts auf das Fliegen wegen der hohen Klimabelastung, bereits bemerkbar mache, sagte die Air-France-Chefin, der Rückgang der Buchungen sei "nicht hoch genug", um eindeutige Ursachen feststellen zu können.

Im Juli hatte Frankreich verkündet, ab dem kommenden Jahr eine Ökosteuer auf Flugtickets einzuführen. Die Abgabe soll zwischen 1,50 Euro und 18 Euro pro Ticket betragen, wie Verkehrsministerin Elisabeth Borne mitteilte. Der Höchstbetrag wird demnach für Businesstarife der Langstrecke fällig. Die Regierung rechnet mit einem Erlös von jährlich gut 180 Millionen Euro. Er soll vor allem der Bahn zugutekommen.

Betroffen sind nach Angaben Bornes nahezu alle Flüge, die in Frankreich starten. Ausnahmen soll es für Umsteigeverbindungen geben, die über Frankreich gehen. Auch Flüge auf die Mittelmeerinsel Korsika und in die französischen Überseegebiete sind ausgenommen.

jus/dpa/AFP

insgesamt 28 Beiträge
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migampe 01.10.2019
1. Was für ein Blödsinn!
Nicht ausgleichen - V E R M E I D E N!!! Was soll der Quatsch mit dem Ausgleichen, wir müßen CO2-Ausstoß vermeiden! Ebenso verhält es sich mit der Energier: Nur eine nicht verbrauchte Energie ist eine umweltfreundliche Energie! Was letztendlich zur Folge hat, daß wir uns einschränken müßen. Aber mit dem Schreckgespenst "Verzicht" kommen die profitgeilen Vorstände, Aktionäre und Finanzhaie immer an ihr Ziel.
swnf 01.10.2019
2. Sehr gut, Air France!
Das ist doch wenigstens schon mal ein Anfang...
hasselblad 01.10.2019
3.
Wie süß, maximal 18 Euro mehr für einen Flug. Dadurch wird kein bisschen weniger geflogen. Eine solche Steuer muss in ihrem Charakter eine Strafsteuer sein, die richtig weh tut, wenn sie eine disziplinierende Wirkung haben soll. Wie wäre es also mit 150 - 1.800 Euro pro Strecke anstatt etwas Kleingeld? Ach, Moment - Air France gehört ja dem Staat und soll natürlich trotzdem prosperieren. Keine weiteren Fragen.
uzsjgb 01.10.2019
4.
Zitat von hasselbladWie süß, maximal 18 Euro mehr für einen Flug. Dadurch wird kein bisschen weniger geflogen. Eine solche Steuer muss in ihrem Charakter eine Strafsteuer sein, die richtig weh tut, wenn sie eine disziplinierende Wirkung haben soll. Wie wäre es also mit 150 - 1.800 Euro pro Strecke anstatt etwas Kleingeld? Ach, Moment - Air France gehört ja dem Staat und soll natürlich trotzdem prosperieren. Keine weiteren Fragen.
Nein, das ist ja auch nicht das Ziel, wie im Artikel erläutert. Es soll das CO2 ausgeglichen werden. Das ist ja schonmal ein guter Ansatz.
ruuben 01.10.2019
5.
Ist zumindest ein Anfang, viel mehr können die ja nicht machen. Perfekt wäre die Menschen würden viel weniger fliegen und die Ausgleichszahlungen blieben trotzdem in der jetzt eingeplanten Höhe. Sprich mal überspitzt, keine Emission und trotzdem das Geld in Projekte. Höre aber von allen, die sich jetzt in ihrer Kompensation sonnen immer nur 100%. Wie wäre es mit 100% vom status quo ab heute und zeitgleich alles reduzieren was geht. Das würde mir imponieren
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