Nach tödlicher Schießerei in Kalifornien Airbnb will Partyhäuser aus dem Angebot verbannen

Eine unangemeldete Halloween-Party in einem über Airbnb gemieteten Haus endete in einer Tragödie. Nun will das Buchungsportal die Kontrollmechanismen ausbauen.

Albtraum eines jeden Gastgebers: Airbnb will "Hoch-Risiko-Reservierungen" strenger überprüfen
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Albtraum eines jeden Gastgebers: Airbnb will "Hoch-Risiko-Reservierungen" strenger überprüfen


Wer seine Privatwohnung über Onlineportale an Fremde vermietet, gibt die Kontrolle über die eigenen vier Wände ab - in der Hoffnung, dass sich die Mieter dort vernünftig verhalten. Doch immer wieder kommt es vor, dass sich Gäste daneben benehmen oder mehr Menschen ins Haus lassen als angekündigt und eine illegale Party feiern.

Dies geschah auch vor wenigen Tagen in Orinda in der Nähe von San Francisco. Mehr als hundert Menschen waren dort zu einer Halloween-Party in einem über Airbnb angemieteten Haus gekommen, nachdem die Feier in Onlinenetzwerken angekündigt worden war. Das Fest endete in einer Tragödie: Bei einer Schießerei starben fünf Menschen im Alter zwischen 19 und 29 Jahren, wie die Zeitung "San Francisco Chronicle" berichtet. Mehrere weitere waren verletzt.

Nach der Gewalttat in der kalifornischen Kleinstadt hat Airbnb nun Konsequenzen angekündigt. Die Buchungsplattform will sogenannte Partyhäuser aus ihrem Angebot nehmen. "Von heute an verbannen wir 'Partyhäuser'", erklärte Airbnb-Chef Brian Chesky auf Twitter.

Airbnb werde seine "Bemühungen verdoppeln, nicht genehmigte Partys zu bekämpfen und missbräuchliches Verhalten von Gastgebern und Gästen loszuwerden". Dazu würden "Hoch-Risiko-Reservierungen" verstärkt von Airbnb überprüft. Als Hilfsmittel würde eine "Risikoerkennungstechnologie" eingesetzt.

Wie Airbnb vor der Buchung das Risiko bewertet

Außerdem werde ein spezielles "Partyhaus-Reaktionsteam" geschaffen, das bei Regelverstößen sofort eingreifen könne, kündigte der Airbnb-Chef an. "Wir müssen es besser machen - und das werden wir."

Anbieter von Ferienapartments können bei Airbnb bestimmte Nutzungen ausschließen, indem sie ihre Wohnung mit dem Hinweis "Keine Partys oder Veranstaltungen" markieren.

Auch Michael Wang, der Besitzer des Hauses in Orinda, hatte seine Immobilie dem "San Francisco Chronicle" zufolge so gekennzeichnet. Er wusste nach eigenen Angaben nichts von der geplanten Party, bei der es zum Schusswaffenangriff kam. Er sagte, er habe sein Haus an eine Frau vermietet, die ihm gesagt habe, dass sie ein Familientreffen für ein Dutzend Menschen organisiere.

Gegenseitiges Vertrauen sei das Prinzip, auf dem Airbnb beruhe, schreibt der Bettenvermittler auf seiner Website. Doch es gebe vor jeder Buchungsbestätigung eine Risikobewertung. "Wir nutzen Vorhersagemethoden und maschinelles Lernen, um auf der Stelle Hunderte von Signalen auszuwerten, die uns dabei helfen, verdächtige Aktivitäten zu erkennen und zu unterbinden, noch bevor sie eintreten", schreibt Airbnb.

jus/AFP



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