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Flugzeugtypen: So unterscheiden sich Airbus und Boeing

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Urlaub für Fortgeschrittene So erkennen Sie Ihren Flugzeugtyp

Auf den ersten Blick sehen sie alle gleich aus. Doch Passagierflugzeuge zu unterscheiden, ist keine Geheimwissenschaft. Wir zeigen Ihnen, woran Sie Boeing, Airbus und Co. erkennen.

Wenn man das Design von Passagierflugzeugen vergleicht, fällt vor allem eines auf: Die sehen sich ziemlich ähnlich. Das Grunddesign gab schon 1935 die Douglas Dakota DC 3 vor: eine Art Zigarre mit Stupsnase und Flügeln. Damals war das neu, seitdem aber sehen Passagierflieger aus, als hätten sie alle von der Dakota abgekupfert - das Flugzeugdesign hat viele Evolutionen erlebt, aber keine Revolution mehr.

Es sind deshalb vor allem Details, an denen man unterschiedliche Flugzeugtypen unterscheiden kann. Die dafür am besten geeigneten Merkmale sind

  • die Größe,
  • Position und Form der Triebwerke,
  • die Form der "Winglets" an den Flügelspitzen,
  • die Form der "Nase" und der Cockpit-Fenster,
  • die Zahl der Räder.

Der Einstieg in die Liga der Flugzeug-Bescheidwisser gelingt schon, wenn man auch nur die Marken voneinander unterscheiden kann. Dabei gilt: Keine Marke hat Merkmale, die konsequent bei all ihren Typen zu finden sind. Aber alle großen Hersteller haben Merkmale, die man bei den meisten ihrer Typen findet - und das ist doch schon mal was!

Airbus versus Boeing: Die häufigsten Maschinen

Wahrscheinlich saßen Sie bei deutlich mehr als 90 Prozent Ihrer bisherigen Flüge in einem Jet von Airbus oder Boeing - die Hersteller stellen das Gros der Flugzeuge, die Sie täglich am Himmel sehen. Die meisten davon bedienen wiederum die Kurz- und Mittelstrecke.

Von Airbus kommen dabei meist Flieger der A320-Familie mit den Typen 318, 319, 320 und 321 zum Einsatz, von Boeing die der 737-Baulinie mit den Typen 737-600, -700, -800 und -900.

Unter den aktuellen Passagierjet-Baureihen der zwei Hersteller sind dies die zwei mit den niedrigsten Typnummern. Das verweist nicht auf das Alter der Baureihe (Airbus A320: seit 1987, Boeing 737: seit 1967, in aktualisierter Version seit 1997), sondern auf die Größe: Je höher die Typenzahl, desto länger das Flugzeug. Auch innerhalb der 737-Familie verweist die zweite Ziffer auf die Länge: Zwischen 737-600 (31,24 Meter) und 737-900 (42,11 Meter) liegen 10,87 Meter Unterschied. Alle genannten Typen sind zweistrahlig.

Steigen wir also mit diesen massenhaft verbreiteten Fliegern ein: Es gibt drei Merkmale, anhand derer sich A320 und Boeing 737 gut unterscheiden lassen - ihre Nasen, ihre Triebwerke und ihre Flügelspitzen.

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Flugzeugtypen: So unterscheiden sich Airbus und Boeing

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Im direkten Vergleich ist die Nase einer Boeing spitzer als die eines Airbus - das ist ein bisschen wie Terrier neben Bulldogge. Das Airbus-Nasenprofil ist regelrecht rund, wenn man es neben einer Boeing sieht, die ihre Nase keck weiter nach vorn streckt.

Ein absolut sicheres Unterscheidungsmerkmal sind die Triebwerke, wenn man sie von vorn zu sehen bekommt: Die Turbinen des Airbus sind rund, während die von Boeing vorn an der Unterkante abgeflacht sind - sie wirken "gequetscht", wie ein Teigball, den man auf eine Fläche gepresst hat.

Ein gutes Unterscheidungsmerkmal sind auch die sogenannten Winglets - die Knicke oder "Hochkant-Flügelchen" an den Ende der Tragflächen. Eingeführt wurden sie einst von Airbus, weil man entdeckt hatte, dass sich mit ihnen die Luftströmungen über den Flügeln so günstig verändern lassen, dass dies bis zu sechs Prozent Treibstoff einspart.

Bis vor Kurzem verfügte die A320-Familie über Winglets, die sie unverwechselbar machten: Ältere Modelle haben noch kleine, an Pfeilspitzen erinnernde Flügelchen, die absolut senkrecht stehend an die Flügelenden montiert sind. Neuere Modelle verfügen seit einiger Zeit über "Sharklets", besonders lange Flügelenden, die steil nach oben zeigen.

Ganz ähnlich wie bei der Boeing 737. Bei beiden Maschinen wirken sie nun, als hätte man die relativ spitz zulaufenden Flügelenden in einer sanften Biegung rund 55 Grad nach oben geknickt. Ältere 737 hatten dagegen gar keine Winglets - man kann auch ihnen noch begegnen.

Ein weiteres Merkmal sind die Fenster des Cockpits. Das jeweils letzte Fenster rechts und links ist bei Airbus eine Art gebrochenes Parallelogramm: In der oberen zum Heck weisenden Ecke ist es leicht abgeschrägt. Die Boeing hat an dieser Position "Schlitzaugen", ein sich nach hinten verjüngendes Seitenfenster.

Vielfalt am Himmel: Flieger jenseits von Airbus und Boeing

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Flugzeugtypen: So sieht die Konkurrenz von Airbus und Boeing aus

Foto: Sergey Dolya/ dpa

Aktuell produziert Airbus 16 Passagierflugzeugtypen, Boeing 18. Außerdem sind noch zahlreiche weitere Typen in der Luft, die das Ende ihrer Dienstzeit noch nicht erlebt haben. Doch auch dieses Duopol, das das Gros des Passagierflugzeugmarktes beherrscht, steht nicht allein: Ein gutes Dutzend weiterer Hersteller produziert zurzeit aktuelle Jets, meist für die Regionalstrecke.

An den Flughäfen fallen viele davon schon allein deshalb auf, weil sie anders aussehen als ihre Nachbarn. Insgesamt dürften weltweit deutlich mehr als 150 Typen im Dienst sein. Wer die alle erkennen will, hat soeben ein neues Hobby gefunden: Anregungen haben wir in der zweiten, unteren Bildergalerie zusammengestellt.

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