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04. November 2013, 14:53 Uhr

Flugzeug-Studie

Was zwei Zentimeter Extra-Sitzbreite ausmachen

Der Flugzeugbauer Airbus hat getestet, wie sich die Breite von Flugzeugsitzen auf ein Nickerchen auswirkt. Ergebnis: Schon zweieinhalb Zentimeter mehr erhöhen den Komfort enorm.

Der Trend geht zu schmaleren Sitzen und weniger Beinfreiheit: Um wirtschaftlich zu fliegen, sind die Airlines bemüht, immer mehr Passagiere in der Kabine unterzubringen.

Der Flugzeughersteller Airbus will da nun gegensteuern: Nach einer Studie zur Schlafqualität auf verschiedenen Sitzen empfiehlt er, für Langstreckenflüge eine Mindestbreite von 18 Inch (45,7 Zentimeter) einzuhalten.

Ein Londoner Schlaflabor ließ insgesamt 1500 Probanden in Singapur, Frankreich, Deutschland und den Niederlanden auf Flügen in verschiedenen Sitzmöbeln dösen. Dabei überprüften sie unter anderem die Gehirnaktivität und die Bewegungen von Augen, Magen, Brustkorb, Oberschenkeln und Beinen. Ergebnis: Wenn sich die Breite von 17 Inch (43,2 Zentimeter) auf 18 Inch erhöhte, verbesserte sich die Schlafqualität um 53 Prozent. Die Passagiere würden dann schneller einschlafen, erlebten einen tieferen Nachtschlaf und hätten weniger Gliederzucken, fanden die Wissenschaftler heraus.

"Wenn man eine Langstrecke in der Economy fliegt, bringt ein Inch einen riesigen Vorteil beim Komfort der Passagiere", sagte Irshaad Ebrahim, ein Sprecher des London Sleep Center. "Auf den schmaleren Sitzen erlebten die Probanden kaum einen tiefen erholsamen Schlaf." Schon zuvor hatte Airbus ein Minimum von 18 Inch empfohlen. Viele Airlines - unter anderem Lufthansa, Air France, Austrian Airlines, Qantas, Singapore Airlines, Turkish Airlines und Ryanair - bleiben jedoch bisher in ihren Economy-Kabinen darunter.

Das Unternehmensbündnis Airlines for America, das amerikanische Fluggesellschaften vertritt, wendet sich gegen neue Standards bei der Kabinenausstattung. "Wir glauben, dass individuelle Airlines in der Lage sein sollten, ihre Flottenausstattung so festzulegen, wie es am besten den Wünschen der Kunden entspricht, so wie sie es jetzt schon tun", sagte eine Sprecherin der "Los Angeles Times".

sto

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