Messe in Hamburg So sehen Flugzeugkabinen der Zukunft aus

Im Handgepäckfach ist ein Platz reserviert, die Getränkebestellung funktioniert per Touchscreen: Die Fachmesse Aircraft Interiors Expo zeigt, wie Reisende künftig fliegen könnten.

Jens Büttner/ DPA

Die Sitze sind flexibel und lassen sich drehen, sodass Abteile wie in einem ICE entstehen. Und diese passen sich an die Bedürfnisse der Passagiere an - ob es eine Familie oder ob es Geschäftsreisende sind. Das ist die Vision des Herstellers Airbus, wie eine Flugzeugkabine 2030 aussehen könnte.

Fliegt etwa eine Familie gemeinsam, laufen Kindervideos auf Bildschirmen oder sogar Wänden und Fenstern, das Licht ist angepasst. Ganz anders sieht es aus, wo Geschäftsleute zusammensitzen und arbeiten wollen. Sie können Business-Charts an die Wand werfen und mit ihren Geschäftspartnern kommunizieren.

Wer einen Wunsch hat, ruft nicht mehr den Steward oder die Stewardess herbei, sondern wählt etwa ein Getränk auf dem Touchscreen und wird bedient. Die Sitze sind individuell konfiguriert für jeden einzelnen Fluggast. "Einiges davon wird vielleicht bis 2030 realisiert, anderes schon vorher, manches auch niemals", sagte Ingo Wuggetzer, bei Airbus Vizechef für das Kabinenmarketing, in Hamburg.

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Messe Aircraft Interior: Neues für Flugzeugkabinen

Bei der Fachmesse Aircraft Interiors Expo, die bis zum 4. April in der Hansestadt stattfindet, zeigen in den Messehallen mehr als 500 Aussteller Innovationen für die Flugzeugkabine. Die hat für die Hersteller und vor allem die Airlines zunehmend an Bedeutung gewonnen. Wenn der Preis nicht das entscheidende Verkaufsargument ist, wie bei den Billigfliegern, dann sind es Bequemlichkeit, Service und entspanntes Reisen - und das wird in der Kabine umgesetzt. Bis zu viermal in einem Flugzeugleben wird die Inneneinrichtung komplett erneuert.

Platz für größeres Handgepäck

Airbus präsentierte in Hamburg einen Deal mit dem Kunden American Airlines, der seine hundert bestellten A321neo mit einem völlig neuen Kabinendesign ausstattet und auch 200 bereits fliegende A321 entsprechend umrüsten will.

Neben anderen Neuerungen enthält die neue Airbus-Kabineneinrichtung rund 40 Prozent größere Gepäckfächer, die 65 Prozent mehr Gepäckstücke fassen können. Jeder Passagier kann einen Trolley bestimmter Größe hochkant im Gepäckfach unterbringen. Auch möglich: Der Platz für das Gepäck der Passagiere ist reserviert und wird per Display angezeigt. Solche Innovationen verminderten den Stress und Zeitaufwand bei Besteigen des Flugzeugs für Passagiere und Crews erheblich.

Auf der Aircraft Interior wird am Dienstag der Crystal Cabin Award für Innovationen in der Flugzeugkabine vergeben. Hier sind die interessantesten Kandidaten der Shortlist:

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Die besten Innovationen für die Flugzeugkabine: Schöner fliegen

Licht ist ein großes Thema bei der Messe. Viele Innovationen betreffen die Lichtführung mittels LED-Leuchten und die Unterhaltungs- und Servicemöglichkeiten in der Kabine.

Mittels moderner LED-Leuchten und Videotechnik können verschiedenste Lichtstimmungen und Projektionen erzeugt werden, vom Sonnenuntergang zur Entspannung der Passagiere bis hin zu einem Feuerwerk am Flugzeughimmel, wenn es etwas zu feiern gibt. "Natürlich kann die Kabine auch in den Farben der Airline beleuchtet sein", sagte Guido van Geenen vom Zulieferer Diehl. Das sei interessant für verleaste Maschinen, die für unterschiedliche Airlines flögen.

Toilettenbedienung per Befehl

Diehl ist mit einer Innovation am Start, die nicht auf den ersten Blick sichtbar ist und trotzdem von großem Nutzen: Das Unternehmen hat ein Verfahren entwickelt, um Wasser an Bord ohne Chemie keimfrei und damit in Trinkwasserqualität anzubieten. Die gesamte neue Diehl-Toiletteneinheit ist ohne Berührung durch Stimmbefehle oder Gesten zu bedienen, was die Hygiene gerade auf Langstreckenflügen verbessern soll.

Die ersten in 3D-Druck gefertigten Flugzeugsitze sind in Hamburg auf dem Stand der Firma Dassault zu sehen, als Prototypen. Sie bringen nicht nur 50 Prozent Gewichtsersparnis, sondern passen sich der individuellen Körperform des Passagiers an und haben ein besonderes Feature: Die Sitze können kabellos Handys oder Tablets aufladen.

Der Hersteller des Druckers für diesen Flugzeugsitz, die Berliner Firma BigRep, sieht für die Technik große Zukunftsaussichten. "Der 3D-Druck ist dabei, die Luftfahrtindustrie neu zu definieren", sagte BigRep-Chef Stephan Beyer.

Eckart Gienke, dpa/abl



insgesamt 12 Beiträge
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geotie1 02.04.2019
1.
Demnächst gibt es dazu noch ein Kinderzimmer mit Wickeltisch und Kindermädchen, Badewanne, begehbaren Kleiderschrank.... Aber dann kann ich beim nächsten Flug mal froh sein, meine mittellange Beine zwischen den Sitzen zum Vorderplatz verstauen zu können. Ansonsten sieht ja alles sehr schön aus!
static_noise 02.04.2019
2. Überschrift
Was ein alberner Quatsch. In der Realität quetschen die Airlines das Gros der Sitzplätze bis auf's Minimum zusammen um den Gewinn zu erhöhen und hier werden "Erlkönig Sitze aus dem 3D Drucker" und Stimmungslicht präsentiert und beworben als wäre es Standard. 90% der Fluggäste werden sowas nie zu Gesicht bekommen. 5cm mehr Beinfreiheit FÜR ALLE brächten mehr als diese Kinkerlitzchen für Business und First Class.
112211 02.04.2019
3. Wasser
Das einzig Sinnvolle ist das Trinkwasserangebot durch die neuartige Toiletteneinheit. Das die belegten Baguettes und dergleichen mehr an Geschmacksirritation etwas kosten, nebst Cola & Co sowie Alkoholika, wenn man sie an Bord erwirbt, ist noch nachvollziehbar, bei Wasser hört für mich der unternehmerische Spaß auf. Es ist allseits bekannt, dass man bei Flügen ausreichend trinken soll. Dass damit Geld verdient wird, und zwar richtig viel, ist nicht hinzunehmen.
fehleinschätzung 02.04.2019
4. warum (f)liegt man nicht?
wenn jeder liegt, passen mehr rein und man könnte erholter ankommen. das da noch Keiner drauf gekommen ist...
swnf 03.04.2019
5. Wasser kostet?
Zitat von 112211Das einzig Sinnvolle ist das Trinkwasserangebot durch die neuartige Toiletteneinheit. Das die belegten Baguettes und dergleichen mehr an Geschmacksirritation etwas kosten, nebst Cola & Co sowie Alkoholika, wenn man sie an Bord erwirbt, ist noch nachvollziehbar, bei Wasser hört für mich der unternehmerische Spaß auf. Es ist allseits bekannt, dass man bei Flügen ausreichend trinken soll. Dass damit Geld verdient wird, und zwar richtig viel, ist nicht hinzunehmen.
Bei welcher Airline kostet Wasser denn extra? Lassen Sie mich raten - Ryan Air? Deren "Service" wollte ich mir nämlich bisher noch nicht antun! Persönlich habe ich noch keine Airline erlebt, die nicht wenigstens Kaffee und Wasser kostenlos anbietet!
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