Urteil zu Entschädigung Airline muss bei Flugausfall wegen vereister Tragflächen zahlen

Kaum fallen die Temperaturen unter Null, ist die Zeit der Enteisungen von Flugzeugen nah. Sollten sich die Airlines nicht ausreichend mit dem Glykolmix eingedeckt haben, könnte es teuer werden - immer dann, wenn wegen der mangelnden Eisbefreiung ein Flug ausfällt.

Winterjob: Enteisungsmittelmangel ist kein außergewöhnlicher Umstand
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Winterjob: Enteisungsmittelmangel ist kein außergewöhnlicher Umstand


Brandenburg an der Havel - Fällt ein Flug aus, weil die Airline nicht genügend Enteisungsmittel vorrätig hat, steht den Passagieren eine Ausgleichszahlung zu. Es handelt sich dabei nicht um einen außergewöhnlichen Umstand, der die Airline von der Zahlungspflicht entbinden würde. Ein Mangel an Enteisungsmittel sei von der Fluggesellschaft zu beherrschen, entschied das Oberlandesgericht Brandenburg.

In dem Fall hatte der Kläger für Mitte Dezember 2010 einen Flug von Berlin nach Rom gebucht. Der Flug fiel aus. Die Airline begründete die Annullierung mit fehlendem Enteisungsmittel. Der Kläger forderte eine Ausgleichszahlung von 250 Euro nach der EU-Fluggastrechteverordnung. Das Landgericht Potsdam hatte ihm diesen bereits zugesprochen. Die Berufung der Airline vor dem Oberlandesgericht blieb ohne Erfolg.

Ein Luftfahrtunternehmen müsse dafür sorgen, dass für die von ihm eingesetzten Flugzeuge die erforderlichen Betriebsmittel bereitstehen, entschieden die Richter. Enteisungen gehören laut Urteil zur "vorhersehbar notwendigen Vorbereitung eines Fluges" im Winter, und ein Mangel an Enteisungsmitteln lasse sich durch Vorratshaltung vermeiden. Dabei spiele es keine Rolle, ob deren Beschaffung wie im konkreten Fall Aufgabe einer Fremdfirma am Flughafen war.

Oberlandesgericht Brandenburg: Aktenzeichen 2 U 3/13

abl/dpa/AFP



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spon-1280943165745 26.11.2013
1. überflüssige Prozesse
Schon erstaunlich das bei diesem vorhersehbaren Urteil ein Prozess über zwei Instanzen geführt wird. Interessant wäre zu wissen wieviele der Mitreisenden wegen dieser Umstände vorher aufgegeben haben. Wenn das Desaster an der Schlampigkeit einer Drittfirma gelegen hat bleibt es der Airline doch unbenommen sich das Geld dort zurück zu holen.
Altesocke 26.11.2013
2. Schlampigkeit einer Drittfirma?
Zitat von spon-1280943165745Schon erstaunlich das bei diesem vorhersehbaren Urteil ein Prozess über zwei Instanzen geführt wird. Interessant wäre zu wissen wieviele der Mitreisenden wegen dieser Umstände vorher aufgegeben haben. Wenn das Desaster an der Schlampigkeit einer Drittfirma gelegen hat bleibt es der Airline doch unbenommen sich das Geld dort zurück zu holen.
Die muesste auch erstmal bewiesen werden. Und dann koennten wir im naechsten Prozess zu hoeren bekommen, das die Drittfirma gerne geordert und gelagert haette. Nur die Airline die Kosten nicht uebernehmen wollte, und somit der Auftrag nur fuer eine zu gering kalkulierte Menge Enteisungsmittel galt.
spon-1280943165745 27.11.2013
3. Drittfirmen
Ich habe geschrieben das die Airline bei der Drittfirma sich das Geld wiederholen kann. Warum sollte der Kunde das tun? Zum einen besteht keinerlei Vertragsverhältnis zwischen Drittfirma und Flugpassagier. Und jeder Prozessbeteiligte verklagt den bei dem die Chance am besten sind den Prozess zu gewinnen.
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