Fotostrecke

Eindrucksvolle Flughafenfotos: Ready for take-off

Foto: Mike Kelley

Eindrucksvolle Flugzeug-Fotografie Der Himmel über MUC, FRA, SYD und LAX

Stau am Himmel über Sydney? Was wie ein noch nie gesehenes Ereignis der Luftfahrt wirkt, ist natürlich eine Fotomontage. Die beeindruckenden "Airportraits" von Mike Kelley sind dennoch Dokumente unserer Zeit.

Er wollte sie alle zeigen. Alle Flugzeuge, die am Internationalen Airport von Los Angeles an einem Tag starteten. Alle in einem einzigen Bild. Also schnappte sich Mike Kelley im März 2014 seine Ausrüstung, er positionierte sich im Clutter's Park südlich von Startbahn 25 - und schoss los. Unzählige Maschinen fotografierte er vor dem blauen Himmel von Kalifornien. Später, am Computer, bastelte er so lange herum, bis es sich im Luftraum über L.A. staute - zumindest in Kelleys Fotomontage.

Das Bild von Dutzenden Flugzeugen über der Westküstenmetropole war der Anfang der beeindruckenden Serie "Airportraits". Sie veranschaulicht die Highways der Lüfte und zeigt, was über den großen Flughäfen dieser Welt jeden Tag los ist.

Zwei Jahre lang ist Kelley gereist - nach Asien, Europa, Australien und Südamerika. Er baute seine Kamera an 18 Flughäfen auf und machte Zigtausende Fotos. Er war in Metropolen wie São Paulo, Tokio und Sydney und besuchte auch Frankfurt und München. "Wenn ich nicht am Flughafen stand, plante ich meine Trips oder verbrachte die halbe Nacht damit, Luftverkehrsbewegungen und Windverhältnisse zu studieren."

Er beschreibt sich als "versessen", wenn es um große Drehkreuze geht, und gerät beim Thema Luftfahrt ins Schwärmen. "Was für eine unglaublich Ingenieursleistung, die in Flugzeugen steckt!"

Sie zu fotografieren, war für Kelley der pure Genuss - auch wenn es nicht immer einfach war, den richtigen Moment zu erwischen. In London etwa brauchte er mehrere Anläufe, um zum Ziel zu kommen. "Irgendwas war immer", sagt Kelley. "Entweder regnete es den ganzen Tag, der Wind blies von der falschen Seite oder andere Faktoren machten gute Fotos unmöglich."

Wenn das Bildmaterial erst auf seinem Speicherchip war, ging der mühevolle Teil der Arbeit los: die Fotomontage. "Ein schwieriger Prozess", sagt Kelley, der aus Tausenden Aufnahmen pro Airport zunächst die besten auswählen musste, um sie dann bearbeiten und zusammenfügen zu können.

Schwierig war das vor allem bei Orten, an denen sich das Wetter mehrmals pro Tag geändert hatte - so wie in Frankfurt am Main, wo Kelley im Juli 2015 war. Von Sonne bis zu dichten Wolken und Sturm war alles vorgekommen. "Ich musste einen Weg finden, die vielen Flugzeuge so in ein Bild zu montieren, dass es noch realistisch wirkte."

Perfektes Wetter, unversperrte Sicht

Extrem lange brauchte Kelley auch, um ein Vielfliegerfoto vom Haneda Airport in Tokio zusammenzubauen - mit dem Fuji im Hintergrund, dem höchsten Berg Japans. Er hatte vom Wasser aus, an Bord eines Fischerboots, fotografiert. Dadurch war die Perspektive auf jedem Foto ein wenig anders.

Fotostrecke

Eindrucksvolle Flughafenfotos: Ready for take-off

Foto: Mike Kelley

Dass sein erstes "Airportrait" so unkompliziert war, erklärt sich Kelley so: Erstens sei das Wetter in Los Angeles einfach "perfekt" und beständig gut. "Das macht es extrem einfach, die Flugzeuge nachher am Computer auszuschneiden und sie in ein anderes Bild zu kopieren, ohne dass es albern aussieht."

Zweitens sind die Startbahnen hier so ausgerichtet, dass die Sonne immer in seinem Rücken schien, und er nicht mit Gegenlicht zu kämpfen hatte. Und drittens habe ihm in die Karten gespielt, dass es Plane-Spottern am Flughafen LAX leicht gemacht wird, Maschinen zu beobachten. "Es ist überaus selten, dass man so eine unversperrte Sicht auf Rollfelder und Landebahnen hat."

Die größere Herausforderung waren aber natürlich Airports wie der von Dubai, an dem Plane-Spotting illegal ist. Kelley musste sich erst mal offiziellen Zugang verschaffen. "In manchen Fällen bin ich auch tagelang um den Flughafen spaziert, um den richtigen Ort zum Fotografieren zu finden", sagt er.

"Logistisch war das Projekt das Aufwendigste, was ich je auf die Beine gestellt habe", sagt Kelley. "Aber ich würde keine Sekunde zögern, es noch einmal zu machen."