Airports in Alarmbereitschaft Ver.di bestreikt Flughäfen - massive Verspätungen befürchtet

Ver.di macht Ernst: Auf Flughäfen in ganz Deutschland drohen morgen Warnstreiks, die zu massiven Verspätungen oder Ausfällen führen können. Die Gewerkschaft bestätigte Aktionen an drei Airports in Nordrhein-Westfalen, deutete Arbeitsniederlegungen auch in Bayern an.


Düsseldorf - Flugpassagiere müssen morgen mit massiven Behinderungen rechnen: Die Gewerkschaft Ver.di will ihre Mitglieder zu Warnstreiks an den Flughäfen Düsseldorf, Münster-Osnabrück und Köln-Bonn aufrufen. Auch an bayerischen Flughäfen deutete die Gewerkschaft Arbeitsniederlegungen an. In ganz Deutschland sind Flughäfen in Alarmbereitschaft.

Flugzeuge am Flughafen Düsseldorf: Warnstreiks können morgen zum Stillstand führen
AP

Flugzeuge am Flughafen Düsseldorf: Warnstreiks können morgen zum Stillstand führen

Die Warnstreiks können den Flugbetrieb an empfindlicher Stelle treffen: Der Ausfall von Feuerwehren, Sicherheitspersonal und medizinischem Dienst kann dazu führen, dass Maschinen am Boden bleiben müssen.

Mehrere Flughäfen wie München und Frankfurt am Main haben bereits Vereinbarungen getroffen, um in Ernstfall eine Notversorgung sicherzustellen. Auch in Hamburg ist man gewappnet: "Ein Flugzeug, das zum Beispiel wegen eines Defekts landen muss, wird auch bei einem Streik bei uns landen können", sagte eine Sprecherin des Hamburger Flughafens.

Noch am Nachmittag will die Gewerkschaft Ver.di Details zum Arbeitskampf auf den NRW-Flughäfen bekannt geben. Auch aus Bayern werden Pläne für Arbeitsniederlegungen erwartet. "Wir haben das tatsächlich in der Diskussion. Wir werden aber nicht Zeit, Ort und Umfang nennen, solange nicht endgültig entschieden ist", erklärte Landesbezirksleiter Josef Falbisoner.

Im Tarifstreit mit den Arbeitgebern des öffentlichen Dienstes hat die Gewerkschaft Ver.di in dieser Woche bundesweit zu Streiks in Kindertagesstätten, Nahverkehrsbetrieben und bei der Müllabfuhr aufgerufen. "Auch auf den Flughäfen wird es zu Arbeitsniederlegungen kommen. Und das ist auch gut so", sagte Ver.di-Chef Frank Bsirske heute auf einer Kundgebung in Hannover. Dass bundesweit die Flughäfen an einem Tag bestreikt werden sollen, hat die Gewerkschaft weder bestätigt noch dementiert.

In Berlin müssen sich Pendler ab morgen auf einen kompletten Stillstand von Stadtbahnen und Bussen einrichten. Ein unbefristeter Streik bei den Berliner Verkehrsbetrieben BVG soll den öffentlichen Nahverkehr in der Hauptstadt lahm legen. Nur S-Bahnen und Regionalbahnen sind dann im Einsatz.

Verdi verlangt für die Beschäftigten im Öffentlichen Dienst eine Gehaltssteigerung um acht Prozent innerhalb von zwölf Monaten, mindestens aber 200 Euro mehr Geld. Die Arbeitgeber von Bund und Kommunen haben fünf Prozent mehr Lohn angeboten - aber nur schrittweise innerhalb von zwei Jahren. Die Wochenarbeitszeit soll im Westen von 38,5 auf 40 Stunden erhöht werden. Tatsächlich stünden die Beschäftigten damit Ende 2009 schlechter da als heute, kritisiert Ver.di. Das Angebot der Arbeitgeber sei eine "Provokation".

reh/dpa/AP



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