Zehn Regeln für Wanderer in Österreich "Kühe nicht füttern, Abstand halten!"

Respekt für Kühe fordert Österreichs Tourismusministerin - und falls sie angreifen, empfiehlt sie, "die Weidefläche zügig zu verlassen". Das Alpenland hat zehn Verhaltensregeln für Wanderer erstellt.

Friedliche Kühe in Österreich
REUTERS

Friedliche Kühe in Österreich


Mit zehn Regeln für Wanderer, die auf Almen mit Weidebetrieb unterwegs sind, reagiert Österreich auf eine tödliche Kuhattacke. "Kühe sind grundsätzlich keine gefährlichen Tiere, aber Almen sind kein Streichelzoo", sagte Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) in Wien.

Zu den zehn aufgestellten Regeln gehört das Anleinen von Hunden oder - im Fall einer Kuhattacke - deren sofortiges Loslassen, das deutliche Umgehen einer Herde sowie der einzuhaltende Abstand besonders zu Kälbern. Außerdem wird vor Schreien, Pfeifen und hektischen Bewegungen gewarnt, die die Tiere nervös machen könnten.

Die Regeln zielten auch auf die Eigenverantwortung der Wanderer ab, damit bei einem Zwischenfall nicht sofort der Landwirt rechtlich belangt werden könne. "Wir wollen keine amerikanischen Verhältnisse auf österreichischen Almen", sagte Köstinger mit Blick auf in den USA verbreitete Schadenersatzforderungen selbst bei geringen Verletzungen.

In Österreich stehen nach Angaben der Landwirtschaftskammer rund 270.000 Stück Vieh auf den knapp 8000 Almen. Viele Wanderwege kreuzen die Areale. Ein Urteil des Landgerichts Innsbruck hatte unter den Almbauern für große Verunsicherung gesorgt.

Das Gericht hatte vor einigen Wochen den Hinterbliebenen einer deutschen Wanderin hohen Schadenersatz zugesprochen. Die Frau, die einen Hund dabei hatte, war 2014 von Kühen zu Tode getrampelt worden. Mutterkühe verteidigen mitunter ihre Kälber gegen Hunde.

Dies sind die "10 Verhaltensregeln für den Umgang mit Weidevieh" im Detail:

  • Kontakt zum Weidevieh vermeiden, Tiere nicht füttern, sicheren Abstand halten!
  • Ruhig verhalten, Weidevieh nicht erschrecken!
  • Mutterkühe beschützen ihre Kälber, Begegnung von Mutterkühen und Hunden vermeiden!
  • Hunde immer unter Kontrolle halten und an der kurzen Leine führen. Ist ein Angriff durch ein Weidetier abzusehen: Sofort ableinen!
  • Wanderwege auf Almen und Weiden nicht verlassen!
  • Wenn Weidevieh den Weg versperrt, mit möglichst großem Abstand umgehen!
  • Bei Herannahen von Weidevieh: Ruhig bleiben, nicht den Rücken zukehren, den Tieren ausweichen!
  • Schon bei ersten Anzeichen von Unruhe der Tiere Weidefläche zügig verlassen!
  • Zäune sind zu beachten! Falls es ein Tor gibt, dieses nutzen, danach wieder gut schließen und Weide zügig queren!
  • Begegnen Sie den hier arbeitenden Menschen, der Natur und den Tieren mit Respekt!

(Quelle: Sichere-almen.at)

abl/dpa

Mehr zum Thema


© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.