Alpenglühen Künstler will Mont Blanc rot färben

Weithin soll die Spitze des Montblanc-Massivs leuchten - in knalligem Rot. Doch nicht die Sonne, sondern Lebensmittelfarbe eines dänischen Künstlers soll die Berge tönen. Die spektakuläre Kunstaktion ist als Protest geplant.


Chamonix - Die Aktion des dänischen Künstlern Marco Evaristti hat ein Anliegen: Mit der Einfärbung der Spitze des Montblanc-Massivs will er gegen die Verschmutzung der Alpen durch Touristen protestieren. 1200 Liter Farbe aus roten Früchten müssen für das Projekt herhalten. Allerdings stößt Evaristti mit seinem Vorhaben auf massiven Widerstand: Als "albern und illegal" lehnte der Bürgermeister von Chamonix, Michel Charlet, das Projekt im höchsten Bergmassiv Europas heute ab. Die Kunstaktion des 42-Jährigen sei nicht genehmigt.

Charlet warnte, dass er die Bergwacht einschalten werde, sollte Evaristti sein Projekt angehen. "Die Beschädigung eines geschützten Naturgebietes ist ein Delikt, das einen ins Gefängnis bringen kann." "Er kann nicht vorgeben, die Umwelt zu verteidigen, indem er einem geschützten Ort Schaden zufügt", sagte Charlet. Bergführer Emmanuel Meot fand die ganze Idee "lächerlich": "Wenn er 2500 Quadratmeter anmalt, wird man das von Chamonix aus praktisch nicht sehen. Und wenn der erste Schnee kommt, ist das verschwunden."

Die Verschmutzung des höchsten Berges der Alpen ist tatsächlich ein großes Problem. Erst im Oktober hat der Bürgermeister der französischen Kommune Saint-Gervais, Jean-Marc Peillex, einen eingeschränkten Zugang gefordert. Mit dem Zwang zur Reservierung für die Bergunterkünfte sowie einer Ökosteuer wollte er die Vermüllung bekämpfen - zur Empörung der Bergsteiger.

Der Künstler Evaristti war schon mehrfach durch spektakuläre Kunstaktionen aufgefallen. 2004 hatte er vor Grönland einen Eisberg rot gefärbt, um gegen die Lagerung von US-Atommüll auf der Militärbasis Thule im Norden der Insel zu protestieren. Erst im vergangenen Jahr stellte er bei einer Ausstellung in Österreich lebende Goldfische in Mixern aus und forderte die Besucher auf, die Geräte einzuschalten.

abl/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.