Althaus-Unfall Skihelme werden zum Verkaufsschlager

Nachfrage-Boom für Kopfschutz: Seit dem tragischen Unfall von Ministerpräsident Althaus verzeichnen die Sportgeschäfte einen Run auf Skihelme. Mehrere österreichische Politiker fordern eine allgemeine Helmpflicht auf der Piste.

München - Die Nachfrage nach Skihelmen ist seit Neujahr rapide gestiegen. Sporthäuser in Deutschland, Österreich und der Schweiz bestellten beim europäischen Marktführer Uvex und seiner Tochter Alpina bis Montag rund 20.000 Skihelme nach - "fünf Mal so viel wie vor einem Jahr", wie Geschäftsführer Werner Grau in Fürth sagte. Vor allem Helme für Erwachsene würden im Augenblick extrem nachgefragt. Auslöser sei offensichtlich der Unfall des Thüringer Ministerpräsidenten Dieter Althaus gewesen.

In Deutschland, Österreich und der Schweiz verkauften bisher alle Hersteller insgesamt rund 900.000 Skihelme pro Saison. In diesem Winter dürften es rund eine Million werden, sagte Grau. Radfahrer und Snowboarder mit Helm sowie die Helmpflicht für Kinder in vielen Skischulen hätten den Skihelm in den vergangenen drei Jahren populär gemacht, erklärte Peter Rudolph, Vertriebsdirektor des großen sächsischen Helmherstellers Casco. "Die Nachfrage ist sehr hoch, mit steigender Tendenz", sagte Rudolph.

Helmpflicht für alle?

In Österreich forderten mehrere Politiker eine Helmpflicht für Wintersportler. Unter anderen sprachen sich Landespolitiker in Salzburg und Kärnten dafür aus. Gesundheitsminister Alois Stöger äußerte im ORF allerdings Bedenken gegen eine gesetzliche Regelung.

"Die derzeitige Häufung von Unfällen beim Skifahren zeigt, dass es immer notwendiger wird, mehr für die Sicherheit auf den Skipisten zu tun", sagte Salzburgs Landeshauptfrau Gabi Burgstaller am Montag. Ebenso wie der stellvertretende Kärntner Landeshauptmann Uwe Scheuch betonte sie die Wichtigkeit von Helmen für Kinder. In Kärnten soll eine Helmpflicht für Schulskikurse eingeführt werden.

Die meisten tödlichen Pistenunfälle sind nach Angaben des österreichischen Kuratoriums auf schwere Kopfverletzungen zurückzuführen. Nach einer Umfrage der deutschen Auswertungsstelle hat in der Saison 2006/07 nur rund ein Viertel aller erwachsenen Skifahrer einen Helm getragen und etwas mehr als die Hälfte aller Kinder.

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