Kurzfristige Ankündigung Am Hamburger Flughafen drohen vor Ostern Warnstreiks

Die Bodenverkehrsdienste am Hamburger Flughafen drohen mit kurzfristigen Warnstreiks vor dem Osterwochenende. Vor allem Urlauber wären betroffen.

Bodenlotsen im Tower des Hamburger Flughafens
Axel Heimken/ DPA

Bodenlotsen im Tower des Hamburger Flughafens


Im Tarifstreit mit dem Bodenpersonal hat der Flughafen Hamburg die Gewerkschaft Ver.di vor einem unangekündigten Warnstreik vor Ostern gewarnt. Davon wären vor allem Urlauber betroffen, sagte Flughafensprecherin Katja Bromm.

"Familien mit Kindern, aber auch ältere Menschen, die zu Ostern ihre Verwandten besuchen möchten, kommen zum Flughafen und finden sich dort inmitten von Menschenmassen in größter Unsicherheit wieder", sagte Bromm. Auch Familien, die aus den Ferien zurückkehrten, wären betroffen. Bromm zufolge werden im Osterreiseverkehr täglich rund 50.000 Passagiere am Flughafen erwartet.

Neue Warnstreiks drohen, weil die Ver.di-Mitglieder einen bereits mit dem Airport erzielten Tarifabschluss für die rund 950 Beschäftigten der Bodenverkehrsdienste in der vergangenen Woche abgelehnt und Nachforderungen gestellt hatten. Am Freitag hatte der Flughafen Nachverhandlungen eine Absage erteilt. "Mit dem Widerruf der Tarifeinigung ist Ver.di zu weit gegangen", sagte Christian Noack, Geschäftsführer der Flughafen-Tochtergesellschaft HAM Ground Handling GmbH.

Schon während der sechs Verhandlungsrunden waren die Beschäftigten im Februar und März mehrfach in den Warnstreik getreten. Solche Warnstreiks hätten für den Flughafen immer die gleichen Auswirkungen, sagte Bromm: "Es kommt zu Verspätungen und Flugausfällen. Für die Passagiere jedoch macht es einen Unterschied: Sie trifft es am härtesten, wenn die Gewerkschaft unangekündigt streikt." In diesem Fall hätten die Fluggesellschaften nicht ausreichend Zeit, um die Reisenden über Flugstreichungen zu informieren.

In Spanien drohen ebenfalls, Streiks den Osterreiseverkehr zu behindern. Mehrere Gewerkschaften haben aufgerufen, die Arbeit teils vor und teils über die Feiertage niederzulegen. Das würde vor allem alle Flughäfen des Landes betreffen sowie den Bahnverkehr(mehr dazu lesen Sie hier).

hej/dpa



insgesamt 5 Beiträge
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MisterD 14.04.2019
1. Na da kann man sich ja schon mal...
auf eine Nacht im Flughafenhotel freuen, wenn man die letzte Verbindung am Gründonnerstag gebucht hat... das wird sicherlich durchschlagen bis Frankfurt und München...
Stäffelesrutscher 14.04.2019
2.
»Familien mit Kindern, aber auch ältere Menschen, die zu Ostern ihre Verwandten besuchen möchten, ...« ... sollten prinzipiell die Bahn nehmen, anstatt sich als Klimazerstörer zu betätigen.
fresi 15.04.2019
3. Familien = Klimasünder?
#2 In ihren Augen sind also nur Familien und alte Leute die in den Urlaub wollen Klimasünder ja? Die ganzen Singles oder Kinderlosen nicht? Ach ja und die Innerdeutschen Geschäftsreisen sind auch noch erlaubt..... Erst denken, dann schreiben bitte. Vom Grundsatz stimme ich Ihnen aber zu, dass Fliegen Klimaschädlich ist. Leider ist die Bahn zu unzuverlässig um zumindest in Deutschland eine wirkliche Alternative zu sein.
k.hohl 15.04.2019
4.
Die verdi-Mitglieder haben also den Abschluss ihrer "Gewerkschaft" abgelehnt. verdi muß nachverhandeln. Soweit eigentlich von den Verfahren abgedeckt und noch im Ansatz normal. Wenn aber dann verdi das eigene Scheitern direkt mit einem sog. Warnstreik zu vertuschen versucht, wird es abenteuerlich. PS: Ein kleiner Querverweis im Artiekl wäre nett gewesen. Denn gerade bei den Vorfeldlotsen begann damals die politische Diskussion um die sog. Spartengewerkschaften. verdi setzte sich strikt für ein Verbot ein - nachdem am Flughafen Frankfurt für eine bessere Bezahlung gestreikt wurde. Dort wollte man eine Bezahlung, die der Bezahlung in München gleicht. verdi lehnte die Forderung ab, verurteilte den Streik als unsolidarisch gegenüber anderen Arbeitnehmern. In Frankfurt.
kuschl 15.04.2019
5. Ver.di bestreikt das ganze Land
Ich kann mich noch erinnern, wie Ver.di über die Spartengewerkschaften hergezogen ist. Bei den Piloten der VC war es die Geiselhaft der Passgiere, ebenso bei den Flugbegleitern. Jetzt organisiert Ver.di Dauerstreiks an Flughäfen und im Öffentlichen Dienst über Kleingruppen und legt mehrfach im Jahr mal mit der Kofferabfertigung, mal mit den Sicherheitsleuten, mal mit den Schlepperfahrern, mal mit dem Abfertigungspersonal die Flughäfen lahm. Das ist keine Geiselhaft der Passagiere? Der Schaden, den diese Gewerkschaft mehrfach im Jahr allein an einem Flughafen anrichtet ist immens. Aber die Spartengewerkschaften verbieten lassen wollen, weil sie über wichtige Kleingruppen zu viel Einfluss nehmen können. Aha!
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