Sri Lanka Wie Reiseveranstalter auf die Anschläge reagieren

Kann ich den Sri-Lanka-Urlaub kostenlos stornieren? Wie sicher ist nun das Herumreisen im Land? Nach den Anschlägen vom Ostersonntag stellen sich Reisende viele Fragen. Die wichtigsten Antworten im Überblick.

Surferstrand Narigama, rund hundert Kilometer südlich von Colombo
Andrey Danilovich/ iStock Unreleased/ Getty Images

Surferstrand Narigama, rund hundert Kilometer südlich von Colombo


Sri Lanka boomt seit Jahren als Fernreiseziel. 2018 reisten nach Angaben des Auswärtigen Amtes knapp 157.000 deutsche Touristen in das asiatische Land - gut 20 Prozent mehr als im Vorjahr.

Eine Anschlagsserie auf Kirchen und Luxushotels hat das beliebte Reiseziel am Ostersonntag erschüttert, dabei starben mehr als 300 Menschen. Wer vor Ort ist oder eine Reise gebucht hat, hat nun viele Fragen. Hier die wichtigsten Antworten:

Kann ich kostenlos stornieren?

Nach den Selbstmordanschlägen in Sri Lanka bieten die meisten deutschen Veranstalter Reisenden an, ihren Urlaub kurzfristig und kostenfrei zu stornieren oder umzubuchen. Das gilt zumindest für zeitnah anstehende Reisen.

  • Alltours-Kunden können einen Urlaub mit Anreisedatum bis zum 30. April kostenfrei stornieren, wie ein Sprecher erklärte.
  • TUI bietet Urlaubern, die bis einschließlich 29. April anreisen, gebührenfreie Stornierungen oder Umbuchungen an.
  • Bei FTI gibt es diese Möglichkeit für Anreisen bis einschließlich 28. April, teilte eine Sprecherin mit. Für Urlauber, die später anreisen, prüfe man Umbuchungsmöglichkeiten.
  • Reisende mit Thomas Cook können Buchungen mit Anreise bis 2. Mai kostenfrei umbuchen oder stornieren, erklärte eine Sprecherin. Bei späteren Anreisen prüfe man Anfragen individuell.
  • Studiosus ermöglicht für Buchungen mit Abreise im April und Mai kostenfreie Umbuchungen oder Stornierungen. Für alle Reisen, die später im Jahr beginnen, bestehe die Möglichkeit aktuell nicht. Man gehe nach derzeitigem Kenntnisstand davon aus, dass alle ab Sommer beginnenden Reisen planmäßig durchgeführt werden können.
  • Bei DER Touristik ist das Abreisedatum ausschlaggebend: Trips mit Abreise bis zum 6. Mai können kostenfrei umgebucht oder storniert werden.

DER Touristik hat außerdem das Ausflugsprogramm in die Hauptstadt Colombo, in der sich die drei betroffenen Luxushotels und eine der drei Kirchen stehen, eingestellt. Reisen durch das Land fänden aber statt, sagte eine Sprecherin.

Studiosus nimmt bei Bedarf tagesaktuell Anpassungen im Reiseprogramm vor, teilte der Veranstalter für Studien- und Erlebnisreisen mit. Man beobachte die Entwicklung im Land mit größter Aufmerksamkeit.

Was, wenn ich meine später im Jahr geplante Reise stornieren möchte?

Aus Sicht von Reiserechtler Paul Degott können Urlauber Pauschalreisen nach Sri Lanka, die in den kommenden Wochen starten würden, kostenfrei stornieren. Angst vor Terror allein sei zwar keine ausreichende Begründung, doch in Sri Lanka kämen nun mehrere Umstände dazu: Die Situation vor Ort sei ungewiss - Notstandsbestimmungen sind eingeführt und ob weitere Anschläge drohen, ist unklar.

Touristen müssen mit Einschränkungen rechnen. So rät das Auswärtige Amt (AA) in seinen aktuellen Reisehinweisen etwa dazu, öffentliche Plätze zu meiden. Doch gerade das Herumreisen im Land sei in Sri Lanka regelmäßig wesentlicher Teil des Urlaubserlebnisses, so Degott.

Wer später im Jahr, etwa in den Herbstferien, eine Reise ins Land gebucht hat, dem rät Degott, die Entwicklung im Land aufmerksam zu verfolgen und die Reisehinweise des AA zu lesen. Diese werden stetig aktualisiert. Er empfiehlt zudem, den Veranstalter zu kontaktieren. "Die haben Leute vor Ort und stets genauere Informationen. Man kann fragen: 'Wie stellt sich die Situation aus eurer Sicht dar?'"

Was schreibt das Auswärtige Amt im Detail?

Aktuell müssten Reisende im ganzen Land, speziell aber rund um Flughäfen, mit Absperrungen und Kontrollen rechnen, heißt es in den aktuellen Hinweisen. Spätestens vier Stunden vor Abreise sollte man am Flughafen eintreffen. Die Anschlagsorte sowie öffentliche Plätze meiden Urlauber lieber weiträumig, rät das AA. Sie sollten mit ihrem Veranstalter und Fluggesellschaften engen Kontakt halten, Medien vor Ort verfolgen und Anweisungen von Sicherheitskräften Folge leisten.

jus/dpa

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