Antwerpen Stadtplan empfiehlt Bordellbesuch

Puff statt Rubenshaus: Ein Stadtplan von Antwerpen, der speziell für junge Touristen gedacht ist, überrascht mit der Empfehlung, ein riesiges Bordell zu besuchen - die Broschüre wird von Regierung und Tourismusbüros unterstützt.

Antwerpen – Nachtleben in Antwerpen: Ein "Mega-Bordell mit 51 Sex-Suiten, in denen 102 Prostituierte abwechselnd rund um die Uhr arbeiten" empfiehlt ein Stadtplan für junge Städte-Touristen. "Anschauen kostet nichts" in dem Etablissement namens Villa Tinto, heißt es dort weiter.

Überraschend ist nicht nur die Tatsache, dass sich der schräge Stadtplan hauptsächlich an junge Touristen richtet, sondern auch, dass die flämische Regierung, die Stadt Antwerpen sowie die Organisation Flandern-Tourismus die "Antwerpen-Karte für junge Menschen" unterstützen und verbreiten, wie die englische Zeitung "Times" berichtet. Eine Sprecherin des Tourismusbüros von Antwerpen sagte, sie habe keine Kenntnis von diesem speziellen Ausflugstipp in der Broschüre gehabt, die von einem unabhängigen Verlag namens "Use-It" erstellt wurde.

"Ziel der Stadt Antwerpen ist, die organisierte Kriminalität in der Prostitution sowie Verbrechen und Gewalt in Rotlichtbezirken zu bekämpfen", sagte die Sprecherin. Für den Inhalt dieses Stadtplans sei das Tourismusbüro nicht verantwortlich. Gruppen, die Prostitution bekämpfen, wie etwa die "Coalition Against Trafficing in Women", bezeichnen es laut Times als "abartig", wenn man Werbung für Sextourismus macht. Die Organisation rechnet damit, dass 50 bis 85 Prozent der Frauen, die als Prostituierte arbeiten, regelmäßig Opfer von Gewalt werden.

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