Arbeitskampf Fluglotsen drohen mit bundesweiten Streiks

Der Druck auf die Deutsche Flugsicherung wird stärker: Die Gewerkschaft der Fluglotsen hat mit bundesweiten Ausständen für die Tage nach Ostern gedroht. Ein solcher Streik wäre eine Premiere in Deutschland.


Frankfurt am Main - Die deutschen Fluglotsen drohen mit einem bundesweiten Streik nach den Osterfeiertagen. Der Bundesvorstand der Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) beschloss Arbeitskampfmaßnahmen, um im Tarifkonflikt um Betriebsrenten bei der Deutschen Flugsicherung (DFS) Druck auf die Arbeitgeber auszuüben, wie die Gewerkschaft am Donnerstag in Frankfurt mitteilte. Über das Ausmaß des Arbeitskampfs sei noch nicht entschieden worden.

In einem zweiten Konflikt zwischen der Gewerkschaft und dem Flughafen Stuttgart soll es zudem einen Unterstützungsstreik zugunsten von GdF-Mitgliedern bei dem Airport geben, die bereits seit Anfang März im Streik seien. Dort hatte nach anfänglich guten Verhandlungsfortschritten der Stuttgarter Flughafen nach Gewerkschaftsangaben überraschend beschlossen, den Bereich Vorfeldkontrolle aus dem Unternehmen auszugliedern und an die DFS zu übertragen. Neun der 22 betroffenen Mitarbeiter sei gekündigt worden, die restlichen sollen unter verschlechterten Konditionen weiterbeschäftigt werden. Der Unterstützungsstreik könnte bereits vor Ostern beginnen und würde den Verkehr von und nach Stuttgart treffen, sagte Gewerkschaftssprecher Marek Kluzniak.

Ausstände sollen in jedem Fall 24 Stunden vorab angekündigt werden, 25 Prozent der Kapazität bliebe auch im Streikfall aufrechterhalten.

In Deutschland gab es noch nie einen offiziellen flächendeckenden Streik von Fluglotsen. Bislang hatte die Gewerkschaft lediglich einen regionalen Streik in Braunschweig organisiert. In den siebziger Jahren hatten allerdings wilde Streiks von Fluglotsen für massive Behinderungen im Flugverkehr gesorgt.

Im Konflikt um die Betriebsrenten verhandeln Gewerkschaft und Arbeitgeber bereits seit Jahren. Die Gewerkschaft will erreichen, dass das derzeitige Niveau erhalten bleibt, die Arbeitgeber wollten allerdings Kosten sparen, sagte der Sprecher. Daher müssten intelligente Lösungen gefunden werden. In Stuttgart geht es um die Gehälter und Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter der Verkehrszentrale und bei der Vorfeldkontrolle.

sto/dpa/ddp



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