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02. April 2009, 16:11 Uhr

Arbeitskampf

Fluglotsenstreik vorerst abgewendet

Zunächst keine Ausstände: Nach Streikdrohungen der Fluglotsen-Gewerkschaft hat die Flugsicherung einen Schlichter eingeschaltet. Der Streit um die Altersversorgung der Angestellten ist damit jedoch alles andere als beigelegt.

Frankfurt am Main - Mit dem Einschalten eines Schlichters sind Streiks bei den deutschen Fluglotsen vorerst abgewendet. Nachdem die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) am Mittwoch bundesweite Streikmaßnahmen für die nahe Zukunft angekündigt hatte, reagierte die Arbeitgeberseite und schaltete einen Schlichter ein. Wie Flugsicherungssprecher Axel Rienitz sagte, soll als Schlichter der frühere Hamburger Bürgermeister und Bundesminister Klaus von Dohnanyi (SPD) fungieren. Termine für das Schlichtungsverfahren gibt es laut DFS aber noch nicht.

Streitpunkt der Tarifparteien ist die Altersversorgung der Fluglotsen, über die beide Seiten schon seit langem verhandeln. Der GdF-Vorstand hatte am Mittwoch Arbeitskampfmaßnahmen beschlossen, ohne aber einen konkreten Termin zu nennen. Zunächst gehe es darum, "in den nächsten Tagen alle organisatorischen Vorbereitungen für den Arbeitskampf zu treffen und die Mitglieder der GdF zu mobilisieren", hatte die Gewerkschaft erklärt.

Nach Bekanntwerden der von der DFS eingeleiteten Schlichtung sagte GdF-Sprecher Marek Kluzniak, nun gelte wieder die Friedenspflicht.

Gleichwohl werde an dem Plan festgehalten, die Mitglieder in den kommenden Wochen umfassend zu informieren. Generell geht die Gewerkschaft von einer hohen Streikbereitschaft aus.

Mit Blick auf die zähen Verhandlungen über Altersversorgung wirft die GdF der Führung der Flugsicherung vor, "dieses für ihre Angestellten extrem wichtige Thema jahrelang trotz vielfacher Aufforderung durch die GdF geradezu fahrlässig verschleppt" zu haben. Dies sei geschehen, obwohl der Arbeitgeber derjenige sei, der ein ungleich größeres Interesse an einer Neuregelung der Altersversorgung habe. Die Flugsicherung setzt nun auf eine Lösung des Konflikts mit Hilfe des Schlichters.

In einem weiteren Konflikt mit dem Flughafen Stuttgart soll es der GdF zufolge ebenfalls Arbeitskampfmaßnahmen geben. Hierbei handelt es sich laut Gewerkschaft um einen "Unterstützungsstreik" zugunsten der Mitglieder, die in der Verkehrszentrale des Stuttgarter Flughafens beschäftigt sind und für bessere Vergütung und Arbeitsbedingungen eintreten.

sto/AP/dpa

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