Artistische Notlandung Passagierflugzeug setzt ohne Vorderrad auf

Ein japanisches Passagierflugzeug musste notlanden, weil das vordere Fahrwerk ausfiel. Das verlangte dem Piloten einen artistischen Balanceakt ab: Auf den Hinterrädern schoss die Maschine über die Landebahn – dann setzte die Spitze auf dem Asphalt auf.


Tokio - Dramatische und bange Minuten für 60 Menschen an Bord einer japanischen Verkehrsmaschine: Ihr Flugzeug musste heute nach Problemen mit dem vorderen Fahrwerk notlanden. Der Pilot brachte mit einem artistischen Manöver die Turboprop-Maschine vom Typ Bombardier DHC-8 sicher zum Stehen, obwohl die vorderen Räder nicht ausgefahren waren. Nach Angaben des Verkehrsministeriums wurde niemand verletzt.

Landung ohne Vorderrad: Wie durch ein Wunder wurde niemand verletzt
AFP

Landung ohne Vorderrad: Wie durch ein Wunder wurde niemand verletzt

Die Rettungskräfte eilten herbei und sprühten Schaum auf die Maschine, die der japanischen Fluglinie All Nippon Airways (ANA) gehört. Die Behörden wollten Ermittlungen einleiten, um den Grund für das Versagen des vorderen Fahrwerks herauszufinden. Vor der Landung war die Maschine fast zwei Stunden über dem südjapanischen Flughafen Kochi gekreist, um möglichst viel Treibstoff vor dem hoch riskanten Touchdown zu verbrauchen. Beim Aufsetzen sprühten Funken vom Rumpf auf, doch konnte ein Brand verhindert werden. Der Pilot hielt die Maschine auf der Landebahn.

An Bord des Inlandfluges von Itami in der Provinz Osaka zum Flughafen Kochi auf der Insel Shikoku waren 56 Passagiere sowie vier Besatzungsmitglieder.

Es war nicht das erste Mal, dass ANA Schwierigkeiten mit einer Bombardier-Maschine hatte. Schon im Februar 2006 gab es bei einem der in Kanada hergestellten Flugzeuge Probleme mit dem Fahrwerk, das sich schließlich aber manuell ausfahren ließ. Kurz darauf gab es zwei Notlandungen wegen eines fehlerhaften Heizsystems und wegen eines Problems mit einer Tür. ANA entschuldigte sich heute offiziell für den jüngsten Zwischenfall und teilte mit, alle 13 Bombardier-Maschinen im Dienst der Fluggesellschaft blieben vorläufig am Boden, bis ein sicherer Betrieb gewährleistet sei.

Auch auf dem internationalen Flughafen von Tokio gab es heute eine Notlandung. Ein Airbus A300 der Air Canada mit 253 Menschen an Bord musste kurz nach dem Start umkehren, weil sich eine Tür nicht ordnungsgemäß geschlossen hatte, wie eine Flughafensprecherin mitteilte.

sto/AP/dpa/Reuters



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