Aschewolke aus Island Flugverbot über Schottland und Nordirland

Wieder Luftraumsperrungen wegen Vulkanasche aus Island: In Schottland und Nordirland darf ab Mittwoch, 8.00 Uhr, kein Flugzeug mehr starten oder landen. Die britische Luftfahrtbehörde warnte zudem, die Wolke könnte weiter nach Süden ziehen - womit auch England und Wales betroffen wären.
Aschewolke aus Island: Flugverbot über Schottland und Nordirland

Aschewolke aus Island: Flugverbot über Schottland und Nordirland

Foto: Reynir Petursson/ AP

London - Wegen der Aschewolke des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull wird am Mittwochmorgen der Luftraum über Schottland und Nordirland gesperrt. Weil eine erhöhte Aschekonzentration in der Luft zu erwarten sei, gelte ab 7.00 Uhr Ortszeit (8.00 Uhr MESZ) für alle schottischen und nordirischen Airports ein Flugverbot, teilte die britische Luftfahrtbehörde (CAA) am Dienstagabend in London mit.

Wie lange das Verbot gilt, blieb zunächst offen. Weitere Entscheidungen sollen in der Nacht getroffen werden. Da die Aschewolke weiter nach Süden ziehen könnte, seien auch Flughafensperrungen in anderen Teilen Großbritanniens möglich, hieß es von der CAA. Fluggäste wurden aufgefordert, sich vorab bei ihren Fluglinien zu informieren.

Bereits am Dienstag waren die Lufträume über Irland und über Teilen Großbritanniens geschlossen worden. Die Flughäfen in Irland und Schottland nahmen aber im Tagesverlauf ihren Betrieb wieder auf. In Deutschland dürfte die neue Wolke dem Deutschen Wetterdienst (DWD) zufolge aber vorerst zu keinen Beeinträchtigungen führen.

Im April hatte die Aschewolke aus dem Eyjafjallajökull zu einer sechstägigen Schließung des Luftraums zahlreicher europäischer Länder geführt. Das Chaos kostete die Fluggesellschaften nach Angaben des internationalen Luftfahrtverbandes IATA 1,26 Milliarden Euro. Der Vulkan ist noch immer aktiv, stößt aber weniger Asche aus - außerdem waren die Winde wochenlang günstig für den Rest Europas.

Einheitliche EU-Grenzwerte treten sofort in Kraft

Einheitliche Grenzwerte für Vulkanasche im Luftverkehr sollen ab sofort ein Flugchaos in Europa verhindern. Darauf einigten sich die EU-Verkehrsminister bei einem Sondertreffen in Brüssel. "Ich glaube, dass wir damit im Interesse von Verantwortung und Sicherheit erhebliche Fortschritte erzielt haben", sagte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) nach den Beratungen. Die Regelung trete europaweit sofort in Kraft.

Ramsauer betonte, dass sich die 27 EU-Mitglieder einvernehmlich verpflichtet hätten, bei den Grenzwerten dem empfohlenen Drei-Zonen-Modell der Europäischen Flugsicherung Eurocontrol und des Vulkanasche-Zentrums VAAC in London zu folgen. Demnach sind Flüge verboten, sobald die Aschekonzentration in einem Kubikmeter Luft zwei Milligramm übersteigt (Zone 3). Der Flugverbot gilt dann auch in einem Radius von rund 110 Kilometern (60 nautische Meilen) um die Verbotszone. Nur unterhalb von 0,2 Milligramm Asche pro Kubikmeter gebe es keine Einschränkungen (Zone 1). In der Zone 2 gelten besondere Sicherheitsauflagen wie zusätzliche Wartungsintervalle.

Bis zum nächsten Treffen der EU-Verkehrsminister am 24. Juni in Luxemburg soll darüber hinaus ein einheitliches europäisches Messsystem, bestehend aus den Boden- und Luftmessstationen in den Mitgliedsstaaten, entwickelt werden. Allein in Deutschland gebe es 52 Erd-Messstellen. Künftig sollen die Informationen in Echtzeit an das VAAC übertragen werden.

otr/Reuters/dpa/apn
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