Klimaranking von Atmosfair TUIfly hat beste CO2-Bilanz der Ferienflieger

Kaum eine andere Branche steigert den CO2-Ausstoß so wie der Luftverkehr. Enge Bestuhlung und Winglets verbessern jedoch die Effizienz. Im Ranking von Atmosfair gelangte TUIfly auf Platz eins der Charterflieger, Air Berlin führt Europas Linienflieger an.

TUIfly: Klimafreundlichster Ferienflieger laut Atmosfair
DPA

TUIfly: Klimafreundlichster Ferienflieger laut Atmosfair


Berlin - TUIfly ist laut einer Auswertung von Atmosfair weltweit die klimafreundlichste Charter-Airline. Bei den Linienfluggesellschaften schnitt Air Berlin von den europäischen Wettbewerbern am besten ab. Bei dem Ranking wurden die Werte der CO2-Emissionen pro Passagier und Flugkilometer verglichen. Die gemeinnützige Organisation erstellt den Klimaranking-Index seit 2011, diesmal wurden die Daten für 180 Fluglinien weltweit ausgewertet.

Atmosfair erklärte, dass im Durchschnitt alle Airlines ihre CO2-Emissionen pro Passagier und Kilometer um ein Prozent gesenkt haben. Da der Passagierluftverkehr jedoch zeitgleich um sechs Prozent zugenommen hat, sind die Emissionen um fünf Prozent gestiegen - so stark wie in kaum einer anderen Industriebranche.

Die Senkung der Emissionen pro Kilometer ist laut Atmosfair vor allem auf den Ersatz älterer Modelle, die Nachrüstung von aerodynamischen Flügelspitzen, sogenannten Winglets, und die bessere Auslastung der Flugzeuge zurückzuführen

Auf Rang eins aller Airlines landete die kleine tunesische Regionalfluglinie Tunisair Express: Dank einer sehr engen Bestuhlung und hervorragend ausgelasteter Turboprop-Maschinen erreichte sie 83,8 von 100 möglichen Effizienzpunkten. Die besten Werte in dem Index erreichen Airlines, die moderne und auch für die beflogenen Strecken geeignete Flugzeuge einsetzen, die viele Passagiere darin unterbringen und auch in Kabine und Frachtraum stets voll ausgelastet fliegen.

Lufthansa verbesserte die Flotte

TUIfly kam in der Gesamtwertung mit 83,7 Punkten auf Rang zwei und führt damit das Gesamtranking aller Charterfluggesellschaften an. Die TUI-Tochter "bestuhlt die Flugzeuge fast maximal", meldet Atmosfair. Zudem sei die Auslastung im Vergleich zum Vorjahr noch höher. Bereits im vergangenen Jahr kam TUIfly auf Platz zwei. Der Vorjahressieger Monarch landete jetzt auf dem dritten Rang. Der Ferienflieger Condor erhielt 78 Punkte und landete auf Platz sechs der Gesamtwertung.

Bei den Linienfliegern liegt Juneyao Airlines aus China (77,5) vor TAM aus Brasilien (77) und Air Berlin (74). Die Berliner haben durch die wie im Vorjahr nur durchschnittliche Auslastung Punkte eingebüßt, im Gesamtranking erreichten sie Platz zwölf.

Lufthansa verbesserte sich laut Atmosfair bei der Flotte, ersetzte zum Beispiel auf der Langstrecke vermehrt die Boeing 747 durch den Airbus A380. Da jedoch die Auslastungsgrade bei Passagieren und Beiladefracht sanken, rutschte sie von 63,7 auf 59 Effizienzpunkte ab. In der Gesamtwertung bedeutete das nur Platz 67.

Unterschiede zwischen Fluglinien ist erheblich

Auch andere große Fluglinien, die ihre Flugzeuge nicht maximal mit Sitzen ausnutzen wollen, landeten auf hinteren Plätzen. So liegt Emirates mit ihren zwar modernen, aber unterdurchschnittlich bestuhlten Jets auf Platz 23. Air France (Platz 21), Qantas (65), British Airways (83) sind weitere Beispiele. "Fluggesellschaften haben unterschiedliche Prioritäten bei der Optimierung ihres Angebotes an den Kunden. Atmosfair bewertet diese Prioritäten nicht, wertet aber die CO2-Emissionen aus, die davon abhängen", beschreibt die Organisation ihr Vorgehen.

Atmosfair betont, dass die Unterschiede zwischen den Fluggesellschaften erheblich sein können. "Der Treibstoffverbrauch pro Passagier und Kilometer kann auf derselben Strecke bei einer Fluggesellschaft mehr als doppelt so hoch sein wie derjenige einer anderen Fluggesellschaft", sagte Geschäftsführer Dietrich Brockhagen.

Der Index zeige aber auch, dass es für ein klimafreundlicheres Fliegen unerheblich ist, ob die Airlines aus Industrie- oder Entwicklungsländern kämen. Die Statistiker von Atmosfair stützen sich ausschließlich auf Daten internationaler Organisationen und Datendienste der Luftfahrtbranche, nicht jedoch auf direkte Angaben der Fluggesellschaften.

Klimaranking der Airlines 2013 (Gesamt)

Platz Airline Punkte Klasse Art
1 Tunisair Express 83,8 B Regional
2 Tuifly 83,7 B Charter
3 Monarch Airlines 82,5 B Charter
4 TAM Regional 81,8 B Regional
5 MASwings 79,1 B Regional
6 Condor Flugdienst 78,1 B Charter
7 Juneyao Airlines 77,5 C Linie
8 TAM Linhas Aereas 76,9 C Charter
9 Thomson Airways 76,9 C Charter
10 Air New Zealand Link 74,8 C Regional
12 Air Berlin 73,5 C Linie
67 Lufthansa 59,0 D Linie

Quelle: Atmosfair

abl/dpa



insgesamt 11 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
oli h 28.10.2013
1. Nicht vergessen...
Wie bei Autos gilt bei Flugzeigen aber auch, dass eine neue, effizientere Maschine erst mal die CO2-Emissionen ihrer eigenen Herstellung einspielen muss bis sie tatsächlich etwas spart gegenüber der abgelösten, alten Maschine. Denke mal, bei einem Flugzeug wird das schon ein paar Tage daueren....
Finnländer 28.10.2013
2. maximal ist nicht unbedingt optimal
Zitat von sysopDPAKaum eine andere Branche steigert den CO2-Ausstoß so wie der Luftverkehr. Enge Bestuhlung und Winglets verbessern jedoch die Effizienz. Im Ranking von Atmosfair gelangte TUIfly auf Platz eins der Charterflieger, Air Berlin führt Europas Linienflieger an. http://www.spiegel.de/reise/aktuell/atmosfair-tuifly-hat-beste-co2-bilanz-der-charterflieger-a-930318.html
Toll, TUIFly auf dem zweiten Platz! Das dies dann allerdings nur auf Kosten von Komforteinbussen bei den Passagieren beruht (und keinesfalls auf intelligenter Technik etc.) lassen wir mal aussen vor. Da kommt einem schon das Wort "Viehtransport" in den Sinn. Ganz besonders lustig wirds dann, wenn man für relativ viel Geld die erste Sitzreihe zubucht (grössere Beinfreiheit) und dann jedesmal bis in die 4. Reihe laufen muss um was aus der "Hutablage" zu nehmen, da die Crew auf Grund Maximalbestuhlung gezwungen ist die Ablagen der ersten Reihen für die Flugutensilien in Beschlag zu nehmen. Schön für die Umwelt - Primärziel der Fluggesellschaft ganz sicher nicht.
zlick65 28.10.2013
3. Schlussfolgerung...:
Entweder umweltfreundlich fliegen oder komfortabel. Ein guter CO2 Wert scheint nur durch Bestuhlung wie in einer Sardinenbüchse möglich zu sein.
Mannheimer011 28.10.2013
4. Und was sagen die Punkte?
Warum kein konkretes Ergebnis in Gramm CO2 pro Personenkilometer wenn man schon so überflüssige Statistiken erstellt, die niemand interessieren?
pace335 28.10.2013
5. Ich lach mich schlapp...
Da versuchen uns die Ökos immer zu erzählen, ach wie viel co2 unsere Autos ausstoßen, dabei muß man nur einmal im Jahr in die USA und zurück fliegen und schon kann mann dafür 1,5 Jahre mit dem Auto fahren bis man diesen CO2 Ausstoß erreicht hat.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.