Attentat im Urlaubsparadies Bombenanschlag auf den Malediven - Touristen verletzt

Es ist der erste Anschlag in dem Urlaubsparadies im Indischen Ozean: Zwölf Touristen sind bei einem Bombenattentat auf den Malediven verletzt worden. In der Hauptstadt Male explodierte ein Sprengsatz. Die Polizei nahm zwei Verdächtige fest.


Colombo - Die Hintergründe der Explosion sind noch unklar. Derzeit könne noch nicht gesagt werden, ob sich der Anschlag gegen die Tourismusindustrie gerichtet habe, erklärte Regierungssprecher Mohamed Shareef. Die Regierung nehme den Zwischenfall sehr ernst, weil der Tourismus die Lebensader der Malediven sei, sagte Shareef. Man werde Interpol, die USA und Indien um Hilfe bei den Ermittlungen bitten.

Anschlag in Male: Zwölf Touristen verletzt
REUTERS

Anschlag in Male: Zwölf Touristen verletzt

Einheimische wurden durch die Explosion in Male nach Behördenangaben nicht verletzt, weil der Park vor allem von Touristen besucht wird. Der Sultan-Park liegt in der Nähe des Hauptquartiers der Streitkräfte. Der oppositionelle Onlinedienst Minivan News berichtete auf seiner Website, Zeugen hätten verstreut herumliegende Nägel am Tatort gesehen, die offenbar von dem Sprengsatz stammten. Die zwölf verletzten Urlauber erlitten nach Angaben von Shareef Verbrennungen.

Zunächst bekannte sich niemand zu dem Anschlag. Dennoch nahm die Polizei wenige Stunden danach zwei Tatverdächtige fest. Nach offiziellen Angaben handelt es sich dabei um zwei Männer von der Inselgruppe.

Die Inselgruppe im Indischen Ozean gehört zu den beliebtesten Reisezielen in Südasien. 99 Prozent der Einwohner sind sunnitische Muslime. Auf den Malediven gibt es seit längerem politische Spannungen.

DER SPIEGEL
Seit 1978 wird das Land von Präsident Maumoon Abdul Gayoom regiert. Gayoom gewann im August ein Referendum, wonach das Präsidialsystem beibehalten werden soll. Die Gegner des Präsidenten hatten sich für die Einführung eines parlamentarischen Regierungssystems stark gemacht. 2003 gab es politische Unruhen, bei deren Niederschlagung Regierungsgegner festgenommen wurden. Seitdem sucht Großbritannien zwischen der Regierung und den Oppositionsgruppen zu vermitteln.

pad/AFP/AP



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