Aus für Billig-Fahrkarte Bahn schafft Quer-durchs-Land-Ticket ab

Die Deutsche Bahn will das Quer-durchs-Land-Ticket auslaufen lassen. In einer Pilotphase bis Ende Januar bietet das Unternehmen die Regionalverkehr-Fahrkarte zum Pauschalpreis von 34 Euro an. Die Einnahmen sollen nicht den Erwartungen entsprochen haben.

Ludwigshafen/Berlin- Die Bahn stellt ihr im August eingeführtes "Quer-durchs-Land-Ticket" für Regionalzüge durch ganz Deutschland am 31. Januar 2010 wieder ein. Die Fahrkarte erlaubt das Reisen nach Prinzip des Wochenend-Tickets auch an Werktagen.

Die bis dann befristete Pilotphase werde wie geplant beendet, sagte ein Bahnsprecher am Freitag in Berlin. Damit wurden Informationen der Zeitung "Die Rheinpfalz" bestätigt. Ob es dieses oder ein ähnliches Ticket danach wieder geben werde, will die Bahn nach einer Auswertung entscheiden.

Hauptgrund für das Auslaufen des Tickets sei laut der Zeitung, dass die Kunden mit dem Angebot viel längere Strecken zurücklegten als erwartet. Dadurch fielen die Einnahmen je Streckenkilometer niedriger aus als zuvor berechnet. Reisende legten mit dem Ticket im Schnitt 350 Kilometer zurück.

Das Quer-durchs-Land-Ticket war im August eingeführt worden. Bahn-Kunden können mit der Fahrkarte zum Preis von 34 Euro einen Tag lang nach Belieben in Zügen des Regionalverkehrs im gesamten Bundesgebiet fahren. Für jeden weiteren Mitfahrer kommen fünf Euro hinzu. Das Ticket gilt von 9 Uhr morgens bis um 3 Uhr des Folgetags in allen Nahverkehrszügen und S-Bahnen der Deutschen Bahn.

Am Montag bietet die Bahn sogenannte Mauerfall-Tickets für 20 Euro an, die zwischen 12. November und 1. Dezember für eine einfache Fahrt zweiter Klasse in ICE, Intercity oder Eurocity in Deutschland gelten. Gebucht werden können sie im Internet und in den rund 140 Reisezentren der Bahn.

Der Vertrieb sorgte für Verärgerung bei den Reisebüros. An den bundesweit rund 3000 Reisebüros, die auch Bahnfahrkarten verkaufen, ziele die "gute Idee" des Konzerns vorbei und stoße sie damit vor den Kopf, kritisierte der Deutsche Reiseverband (DRV) am Freitag in Berlin. Die Agenturen hätten sich gewünscht, dass die Sondertickets am kommenden Montag den ganzen Tag über in allen Vertriebskanälen angeboten würden.

abl/dpa/AFP

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