Auslandsreise-KV im Test Im Notfall nach Hause

Eine Reisekrankenversicherung ist für Kassenpatienten zumindest bei Fernreisen unentbehrlich und ist auch innerhalb von Europa sinnvoll Stiftung Warentest hat die Angebote von 40 Auslandsreise-Krankenversicherern verglichen. Ergebnis: Die Preise und Leistungen der Policen unterscheiden sich deutlich.


In Ländern jenseits der Grenzen Europas zahlt die Kasse nicht für Arzt oder Krankenhaus. Auch mit Auslandskrankenschein können Urlauber auf einem Teil der Kosten für Arzt oder Krankenhaus sitzen bleiben. Den Rücktransport zahlt die Kasse ohnehin nie. FINANZtest hat die Angebote von 40 Auslandsreise-Krankenversicherern verglichen. Ergebnis: Die Preise und Leistungen der Policen unterscheiden sich deutlich. So kostet ein Jahresvertrag der DBV-Winterthur für bis zu 60-Jährige bei Online-Abschluss des Tarifs "Delfin Travel" nicht mal 5 Euro Beitrag, bei der Europäischen Reise dagegen 19 Euro.

Privatpatienten brauchen sich innerhalb von Europa wegen Arzt- oder Krankenhauskosten keine Sorgen zu machen. Anders Kassen-Versicherte: Zwar sind sie mit Auslandskrankenschein grundsätzlich geschützt. Der Umfang der Leistungen richtet sich allerdings nach den Bestimmungen des Gastlandes und ist oft bescheidener als in Deutschland. Über Einzelheiten informieren Merkblätter der Kassen.

Besonders teuer ist der Rücktransport von Kranken oder Verletzten mit Spezialflugzeug und/oder Hubschrauber. Oft liegt die Rechnung weit über 10 000 Euro. Die Kassen zahlen für diese Kosten nie. Bei den Reisekrankenversicherungen gibts Unterschiede: Die meisten Anbieter zahlen den Rücktransport nur, wenn er medizinisch notwendig ist. Nur bei ADAC, Europäischer Reise und Huk-Coburg reicht aus, wenn der Arzt den Transport in die Heimat für sinnvoll hält.

Reisesicherheit mit Grenzen

Privat-Versicherte müssen nur überprüfen, ob Sie auch bei Fernreisen sicher sind. Bei vielen Policen gilt der Schutz im Ausland nur für Reisen mit begrenzter Dauer. Auch den Rücktransport bezahlt nicht jede Versicherungsgesellschaft. Bei Bedarf gibts für einen Zuschlag Versicherungsschutz auch für Fernreisen und für längere Auslandsaufenthalte. Allerdings: Dieser Zuschlag ist zuweilen teurer als der Abschluss einer separaten Auslandskrankenversicherung.

Ist eine Zusatzversicherung sinnvoll oder nötig, gibts zwei Möglichkeiten: Der Schutz im Ausland ist entweder jahresweise oder nur für die Dauer einer Reise zu haben. Die Jahresverträge sind meist günstiger. Dafür dürfen einzelne Reisen bei den meisten Versicherungen nicht länger dauern als 42 Tage. Einige Anbieter bieten mehr Schutz. Spitzenreiter sind die Angebote von DBV Winterthur, Debeka, UKV und universa. Sie bieten für bis zu 60 Tage lange Reisen ins Ausland Schutz. Die DBV Winterthur lässt sogar bis zu 62 Tage lange Reisen zu.

Langzeiturlaubern bleibt nur eine Police für einzelne Reisen. Die Beiträge sind deutlich teurer. Am günstigsten ist die Europa-Direktversicherung: Bis zu 64-Jährige bekommen den Schutz für eine maximal 92-tägige Reise für 42 Euro. Richtig teuer wirds für ältere Senioren: 75-Jährige zahlen zwischen 125 Euro bei der Württembergischen und 488 Euro bei der Axa.

Quelle: Stiftung Warentest Online

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