Australien Tausende tote Urlauber innerhalb weniger Jahre

Das sonnige Urlaubsziel Australien hat auch seine Schattenseiten: 2433 Besucher starben einer offiziellen Statistik zufolge zwischen 2000 und 2007. Hauptursachen sind die Gefahren der Natur, aber auch viele Freizeitaktivitäten bergen Risiken.

Sydney - Mit seinen Stränden, Regenwäldern und Wüsten ist Australien eines der beliebtesten Reiseziele der Welt - doch hier lauern besondere Gefahren. Von den über fünf Millionen Menschen, die den Kontinent jedes Jahr besuchen, kehren viele mit Verletzungen zurück, berichtet die Online-Ausgabe der britischen Tageszeitung "The Guardian". Einige bezahlen die Reise mit dem Tod. Die bewundernswerte Natur hat ihre Tücken: Meeresströmungen, Hitze und wilde Tiere werden von den Touristen häufig unterschätzt. Die Besucher sind sich der Gefahren nicht bewusst, berichten Förster.

Von den 2433 Touristen, die in den letzten sieben Jahren ums Leben gekommenen sind, sind 25 Kinder. Diese Zahlen wurden vom Australischen Statistikamt zusammen mit dem "National Coroners Information System" herausgegeben. In den Jahren zwischen 2003 und 2005 starben 276 Menschen durch Gegebenheiten der Natur wie Haiangriffe oder Hitzschläge, 65 kamen bei Autounfällen ums Leben.

Auch die Risiken an Australiens idyllischen Stränden werden nicht ernst genommen. Unter den Urlaubern, die seit dem Jahr 2000 im Meer ertrunken sind, sind acht Kinder unter zehn Jahren und 17 Jugendliche. Sean O'Connell, Sprecher einer Lebensretter-Organisation in Sydney, sagte der Zeitung "Daily Telegraph", die Menschen strömten in Scharen an die Strände, ohne die Gefahren zu realisieren. O'Connell ist der Meinung, Reisende auf dem Flug nach Australien sollten vor den gefährlichen Meeresströmungen gewarnt werden. "Man kann innerhalb von vier Stunden aus dem Flugzeug steigen, zu seinem Backpacker-Hostel gehen, in den Bus springen und am Bondi Beach schwimmen, und da gibt es diese furchtbare Strömung, von der man keine Ahnung hat", sagte er. "In manchen Fällen ist die Strömung gerade dort, wo das Wasser am ruhigsten aussieht."

"Ein Koala kann dich mit seinen Krallen aufschlitzen"

Auch Quallen stellen eine lebensgefährliche Gefahr dar: Mindestens ein Mensch starb nach der Berührung einer Portugiesischen Galeere, viele weitere wurden verletzt. Craig Adams vom Australischen Reptilienpark sagte dem "Guardian", Krokodile könnten sich einige Zentimeter unter der Wasseroberfläche verstecken und plötzlich ohne Vorwarnung auftauchen. "Die Menschen wissen nicht, dass ein Koala schlimm zubeißen oder einen mit seinen Krallen aufschlitzen kann." Ein Wombat, ein australischer Beutelsäuger, habe die Kraft, einen umzustoßen.

Sportliche Freizeitaktivitäten können ebenfalls fatal enden. So starben zwischen 2003 und 2005 sieben Besucher beim Tauchen oder Schnorcheln, zwei beim Wandern, einer beim Gleitschirmfliegen, einer bei einem Fallschirmsprung, drei bei Angelausflügen und jeweils eine Person beim Tennis und Golf.

Der "Daily Telegraph" bezeichnete die hohe Todesrate in einem Leitartikel als den "Preis, den ein Land dafür bezahlen muss, noch nicht völlig vom menschlichen Fortschritt eingeschüchtert zu sein".

jmk

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