Auswanderung mit Hindernissen Britin darf nicht nach Neuseeland – zu dick

Zwischen ihnen liegt der halbe Globus - und der Body Mass Index. Weil eine Britin den neuseeländischen Behörden zu dick ist, darf sie ihrem Ehemann nicht ins Auswandererparadies folgen: Erst soll sie drastisch abnehmen.


Wellington – Zu übergewichtig für Neuseeland: Zwei Waliser sind auf unerwartete Schwierigkeiten bei ihrer Auswanderung ans andere Ende der Welt gestoßen. Ihr Taillenumfang entsprach nicht den Anforderungen der Einwanderungsbehörden.

Richie Trezise, 35, war von einem Headhunter als begehrter und hochspezialisierter Unterwasserkabel-Techniker angeworben worden. Doch sein Body Mass Index war bei 42 - zu hoch für die Einwanderungserlaubnis. Er galt als Risiko für das neuseeländische Gesundheitssystem. Der Index setzt das Gewicht in Relation zur Körpergröße, Zahlen über 25 als gelten als übergewichtig und über 30 als adipös.

"Mein Arzt hat mich ausgelacht", sagt Trezise. "Er sagte, er hätte noch nie etwas Lächerlicheres in seinem Leben gehört." Der Hobby-Rugby-Spieler und ehemalige Soldat konnte sich indes auf die erforderlichen 105 Zentimeter Umfang herunterhungern und im September seinen Job in Auckland antreten.

Seine 33-jährige Frau Rowan hält jedoch seit Monaten Diät. Für Frauen liegt die neuseeländische Höchstgrenze beim Bauchumfang von 88 Zentimetern. Nun lebt das walisische Paar getrennt. Richie will in seine Heimat Barry zurückkehren, wenn Rowan die Hürde bis Weihnachten nicht schafft.

Als Reaktion auf den Fall, der diese Woche durch die Presse ging, verlangte ein neuseeländischer Politiker heute die Entlassung aller fettleibigen Abgeordneten. Sie seien schließlich auch eine Belastung für das Gesundheitssystem, argumentierte Richard McGrath.

abl/dpa



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