Surfen in der Bahn Grube verspricht kostenloses W-Lan im ICE ab 2016

Die Deutsche Bahn macht mobiles Surfen möglich - kostenlos. Im Laufe des Jahres 2016 soll W-Lan in ICE-Zügen für alle nutzbar sein, verspricht Unternehmenschef Rüdiger Grube.
Smartphone: Die Fahrplan-App gibt es - nur im Zug funktioniert sie mangels Internetverbindung oft nicht

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Foto: Rainer Jensen/ dpa

Berlin - Kostenloses W-Lan in Fernzügen, das war bisher bei der Deutschen Bahn nur für die erste Klasse im Gespräch. Noch 2014 sollten die Passagiere dort im Internet surfen können, ohne für den HotSpot-Service der Telekom bezahlen zu müssen. Jetzt hat Bahn-Chef Rüdiger Grube in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" die gebührenfreie Nutzung des W-Lan für alle für das Jahr 2016 angekündigt.

"Bis Ende dieses Jahres haben wir 231 von unseren 255 ICE-Zügen mit der nötigen Technik ausgerüstet", sagte Grube der Zeitung. Damit verfüge die Bahn über die weltweit größte Hochgeschwindigkeitsflotte mit W-Lan. "Mehr geht leider derzeit noch nicht." Um kostenloses Surfen für alle in der nötigen Qualität zu erlauben, sei die Technik an den Bahnstrecken noch nicht weit genug aufgerüstet. Würde nur die Hälfte der bis zu 900 Fahrgästen eines ICE das W-Lan nutzen wollen, würde die Verbindung ständig abbrechen. "Die Telekom arbeitet mit Hochdruck daran", sagte Grube.

Im Mai noch hatte Bahn-Chef Rüdiger Grube besseren Zugang zum Internet bis Ende 2014 im gesamten ICE-Hauptnetz versprochen - mit seinen gesamten 5200 Streckenkilometern und 255 Zügen. Alle ICE sollten dann eigentlich mit Funkempfängern als Telekom-Hotspots ausgerüstet und diese für den Betrieb freigegeben sein. Kostenpunkt für den surfenden Passagier, der nicht schon einen entsprechenden Telekom-Vertrag hat: 4,95 Euro pro Tag. Ab 2015 sollen ICE-Passagiere zudem Filme, Spiele und Podcastsüber ein Zug-Intranet herunterladen können. Kostenpunkt: noch unbekannt.

Im September hatte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) die Deutsche Bahn aufgefordert, kostenloses Internet in allen Zügen anzubieten. Auch die Anschaffung neuer Züge sei erstrebenswert. Eine "Modernisierungsoffensive" solle die Bahn gegenüber der Konkurrenz von Fernbussen und Flugzeugen attraktiver machen. Auf einen Preiskampf mit den meist deutlich billigeren Fernbussen will sich die Bahn ihrem Chef zufolge hingegen nicht einlassen. "Wir machen kein Dumping", sagte Grube in dem "SZ"-Interview. Dafür sei das System Schiene viel zu teuer geworden.

Grube kündigte allerdings ein umfangreiches Investitionsprogramm an, welches das Reisen in den Fernzügen der Bahn attraktiver machen soll. In den kommenden drei Jahren sollten zusätzlich 200 Millionen Euro ausgegeben werden, um "Service, Qualität und Pünktlichkeit im Fernverkehr zu verbessern", sagte er. Demnach will die Bahn das Geld auch in die Bordbistros investieren, wo in der Vergangenheit immer wieder Geräte ausfielen.

Jüngst war bekannt geworden, dass die Verspätungen der Fernzüge bei der Deutschen Bahn in den vergangenen zehn Jahren deutlich zunahmen. Die Bahn nannte als Gründe dafür unter anderem Unwetter und Naturkatastrophen.

abl/AFP
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