Zugausfälle bei der Bahn Hitze setzt Klimaanlagen, Weichen und Lokomotiven zu

Temperaturen bis zu 40 Grad bringen die Bahntechnik an ihre Grenzen. Züge und Klimaanlage fallen aus, Passagiere und Personal leiden unter der Hitze. Die Eisenbahngewerkschaft fordert einen Notfallfahrplan.

Defekte Klimaanlage in einem ICE
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Defekte Klimaanlage in einem ICE


Die große Hitze der vergangenen Tage hat zu Störungen im Verkehr der Deutschen Bahn geführt. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) kritisiert das Krisenmanagement: Das Unternehmen habe die Lage nicht im Griff, sagte der EVG-Vizevorsitzende Klaus-Dieter Hommel in einer Mitteilung. Nach seinen Informationen seien allein am Donnerstag 88 Züge komplett und 111 zum Teil ausgefallen.

"Uns liegen drastische Berichte von Beschäftigten vor, die zum Teil unhaltbare Zustände in den Zügen aufzeigen", sagte Hommel. Sie sollten selbst entscheiden, ob sie unter diesen Umständen noch arbeiten könnten.

Er forderte die Bahn auf, in solchen Fällen einen Notfallfahrplan einzusetzen, mehr außerordentliche Zwischenhalte einzulegen und die Kunden frühzeitig auf die Abendstunden oder die nächsten Tage zu verweisen.

Klimaanlagen, Weichen und Lokomotiven machen schlapp

Die Angaben der Bahn klingen dagegen weniger dramatisch: Am Freitag habe die Zahl der hitzebedingten Zugausfälle im niedrigen zweistelligen Bereich gelegen, sagte ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. Am Samstag seien der Fern-, Nah- und Güterverkehr indes sehr stabil angelaufen.

Allerdings sei in den Instandhaltungswerken derzeit viel los. Die Klimaanlagen werden besonders intensiv über Nacht gewartet und gecheckt, wie der Bahnsprecher sagte. In den vergangenen Tagen sei es zu Klimaanlagenausfällen und auch zu vereinzelten Weichenstörungen durch die Hitze gekommen.

Letztere ereigneten sich den Angaben zufolge eher im Westen Deutschlands. Bei solchen Störungen können die Weichen nicht korrekt eingestellt werden, sodass bestimmte Gleise nicht nutzbar sind. Das Ganze kann zu Zugverspätungen führen. Techniker waren deshalb im Einsatz.

Auch gab es in den vergangenen Tagen Fälle von überhitzten Fahrmotoren bei Lokomotiven. In manchen Fällen reichte eine Kühlpause, wie der Bahnsprecher erläuterte. Die Züge blieben dann etwas länger an einem Bahnhofshalt stehen oder mussten ausgesetzt werden, auch Ersatzzüge wurden eingesetzt. Hinzu kamen Böschungsbrände an den Strecken.

Eurostar und Thalys mit Hitzeproblemen

Auch in anderen Ländern kam es wegen der Hitzewelle zu größeren Problemen im Bahnverkehr. Die Bahngesellschaft Thalys, deren Züge von Paris nach Belgien, in die Niederlande oder nach Deutschland fahren, bestätigte eine Unterbrechung des internationalen Bahnverkehrs in Paris am Freitag in der Mittagszeit.

Wegen der Hitzewelle hatte es bereits am Donnerstag Behinderungen auf der Strecke Brüssel-Paris gegeben. Auch bei der Bahngesellschaft Eurostar fielen mehrere Züge auf der Strecke London-Paris aus.

abl/dpa



insgesamt 114 Beiträge
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Heimratt 27.07.2019
1. Und die Affen im Affenhaus.
"Passagiere und Personal leiden unter der Hitze." Die hätten auch ohne Bahn unter der Hitze gelitten.
eckawol 27.07.2019
2. Nördlich der Alpen gab es immer nur Schnee,
deshalb war nicht anderes zu erwarten, dass die Hitze Klimaanlagen, Weichen und Lokomotiven zusetzt.
kami.61 27.07.2019
3. Jahrzehntelanges Kapputsparen rächt sich irgendwann
wenn man zur Zeit wichtige Termine hat, sollte man besser nicht mit der Bahn fahren oder einen Tag früher anreisen um eine Chance zum pünktlichen Erscheinen zu haben. Ich will nicht die Bahnwerbung der 70er zitieren aber eine ehrliche Frage sei angebracht: Fährt die Bahn nur noch im Temperatuereich zwischen 10 - 25° C? Dann darf es aber auch nicht regnen, windig sein oder sonstiges Unbill zum tragen kommen. So wird das nichts mit dem Ümstig auf den ÖPNV.
Patenting 27.07.2019
4. Verständlich - wenn
es denn sonst "normal" laufen würde!
kami.61 27.07.2019
5. Sorry,
sollte Umstieg heißen, bin vorher Bahn gefahen..
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