Ruhrgebiet Einsturzgefährdeter Bergbaustollen behindert Bahnverkehr

Pendler müssen mit Verspätungen rechnen, Fernreisende mit Umwegen: Die viel befahrene Strecke zwischen Essen und Mülheim/Ruhr darf auch am Donnerstagmorgen teilweise nur mit Schrittgeschwindigkeit befahren werden. Ein darunter liegender Stollen könnte einstürzen.

Hauptbahnhof Essen: Fernzüge werden umgeleitet
imago

Hauptbahnhof Essen: Fernzüge werden umgeleitet


Essen/Berlin - Die Gefahr einer Fahrbahnabsenkung durch einen alten Bergbau-Stollen sorgt im Ruhrgebiet auch am Donnerstag für erhebliche Behinderungen im Bahnverkehr. Betroffen ist die stark frequentierte Bahnstrecke zwischen Essen und Mülheim/Ruhr.

Im morgendlichen Berufsverkehr erwartet die Deutsche Bahn wegen der Langsamfahrten erhebliche Beeinträchtigungen. Auf einer Strecke von 500 Metern hinter dem Essener Hauptbahnhof müssen alle Züge Schrittgeschwindigkeit fahren. Jeder Zug erhält dadurch eine Verspätung von 15 Minuten. Auf bestimmten Streckenabschnitten fallen einige S-Bahnen aus.

Auch der Fernverkehr ist am Donnerstag betroffen. An den Bahnhöfen Mülheim, Essen und Bochum halten die meisten Züge nicht. Einzige Ausnahme sind jene, die in Essen ihre Fahrt aufnehmen oder beenden.

Alle Züge der Verbindung Frankfurt-Köln-Essen-Dortmund-Hamburg/Hannover/Berlin werden in beiden Richtungen umgeleitet. Statt über Essen fahren sie über Oberhausen und Gelsenkirchen nach Dortmund. Mit gravierenden Verspätungen sei dabei jedoch nicht zu rechnen, sagte ein Sprecher der Bahn.

Die Störung werde voraussichtlich bis Donnerstagmittag dauern, hieß es. Dann werden Behörden mitteilen, ob die Einsturzgefahr tatsächlich besteht. Ist das der Fall, werden Züge weiterhin mit reduzierter Geschwindigkeit fahren müssen. Auch eine Sperrung sei dann denkbar, sagte der Sprecher gegenüber SPIEGEL ONLINE.

Die Bahn war am Mittwoch von der Bezirksregierung Arnsberg darüber informiert worden, dass ein quer unter den Bahntrassen verlaufender Alt-Bergbaustollen eventuell einsturzgefährdet sei. Sogenannte Bergsenkungen sorgen im Ruhrgebiet immer wieder für Wirbel. Ursache sind oft vor vielen Jahrzehnten aufgegebene Stollen im Kohlebergbau. Geben sie nach, hat das mitunter gravierende Auswirkungen an der Erdoberfläche: In schlimmen Fällen können Straßen oder sogar Gebäude wegsacken.

mia/dpa



insgesamt 10 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
nick999 21.11.2013
1. Kohlekosten
Auch das sind Kosten des Kohleabbaus. Schluß mit den Kohlesubventionen
Pandora0611 21.11.2013
2. Ewigkeitskosten
Der Bergbau ist sicher! Kohle ist sicher! Wind und Sonne sind *sichere Stromlieferanten!* Und die Bahn ist sicher und *pünktlich!*
Flari 21.11.2013
3.
Zitat von nick999Auch das sind Kosten des Kohleabbaus. Schluß mit den Kohlesubventionen
Hätte man von Beginn an Eisenbahnen mit Segeln betrieben und für Heizzwecke den gesamten europäischen Baum- und Strauchbestand verbrannt, hätten wir jetzt nicht dieses Desaster.
querulant_99 21.11.2013
4.
Zitat von sysopPendler müssen sich auf erhebliche Verspätungen gefasst machen: Die viel befahrene Strecke zwischen Essen und Mülheim/Ruhr darf auch im Berufsverkehr am Donnerstagmorgen teilweise nur mit Schrittgeschwinigkeit befahren werden. Ein darunter liegender Stollen könnte einstürzen. Bahn im Ruhrgebiet verspätet sich wegen Bergbauschaden - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/reise/aktuell/bahn-im-ruhrgebiet-verspaetet-sich-wegen-bergbauschaden-a-934774.html)
Wenn ich Lokführer wäre, würde ich mit Höchstgeschwindigkeit über den Stollen fahren, um mich möglichst kurz in der Gefahrenzone aufzuhalten.
k70-ingo 21.11.2013
5.
Zitat von nick999Auch das sind Kosten des Kohleabbaus. Schluß mit den Kohlesubventionen
Ein einkrachenden Stollen stammen aus Zeiten, als es keine Kohlesubventionen, dafür aber noch einen Kaiser gab.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.