Bahn Notfall-Dienstpläne gegen Streik der Lokführer

Die Bahn bereitet sich mit Notfall-Dienstplänen auf einen möglichen Streik der Lokführer vor. Damit soll nach SPIEGEL-Informationen sichergestellt werden, dass über 50 Prozent der Züge auch bei einem Arbeitskampf fahren können.


Hamburg - Mit den speziellen Notfall-Dienstplänen will das Management der Bahn erreichen, dass streikwillige Fahrer erst gar nicht ins Führerhaus gelangen. So würden die Arbeitskampfpläne der Lokführergewerkschaft GDL gekontert.

Es sollen Zuglenker einspringen, die den Gewerkschaften Transnet und GDBA angehören sowie Lokführer mit Beamtenstatus, die nicht streiken dürfen. Dadurch wolle die Bahn sicherstellen, dass deutlich über 50 Prozent aller Züge, sowohl im Nah- wie im Fernverkehr, fahren werden.

Der Chef der Gewerkschaft Transnet, Norbert Hansen, will sich einer entsprechenden Streikstrategie der Bahn nicht entgegenstellen. "Unsere Mitglieder werden sich nicht als Streikbrecher missbrauchen lassen, aber ihren Dienst tun", sagte Hansen dem SPIEGEL.

Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hat Arbeitgeber und Gewerkschaften vor den Konsequenzen eines Arbeitskampfs bei der Bahn gewarnt: "Ein Streik kann verheerende Folgen für die Volkswirtschaft und den Aufschwung haben". Zugleich kritisierte Tiefensee, dass die Tarifparteien bislang zu keiner gemeinsamen Verhandlungsgrundlage gefunden haben. "Ich bin sehr enttäuscht, dass sich die Bemühungen um eine Einigung zerschlagen haben", sagte der Minister.

Im Bahn-Vorstand gibt es dagegen bei einigen Mitgliedern die Stimmen die Meinung, man müsse den Streit mit der GDL jetzt ausfechten, auch wenn es weh tue.

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