Neuer Fahrplan Bahn erhöht Preise für erste Klasse und Regionalzüge

Zum Fahrplanwechsel tastet die Deutsche Bahn die Ticketpreise im Fernverkehr nicht an. Zu groß ist die Konkurrenz zu den Fernbussen. Im Regionalverkehr werden Fahrkarten jedoch teurer.
Fahrkartenautomat: Gemäßigte Preiserhöhung bei der Bahn ab Mitte Dezember

Fahrkartenautomat: Gemäßigte Preiserhöhung bei der Bahn ab Mitte Dezember

Foto: Jˆrg Carstensen/ picture alliance / dpa

Berlin - Ab Mitte Dezember müssen Pendler und andere Regionalbahnfahrer mehr für ihr Ticket zahlen. Zum Fahrplanwechsel erhöht die Deutsche Bahn die Fahrpreise im Regionalverkehr um 1,9 Prozent, wie Personenverkehrsvorstand Ulrich Homburg in Berlin ankündigte. In der ersten Klasse werden Fahrkarten 2,9 Prozent teurer. In der zweiten Klasse des Fernverkehrs bleiben die Preise unverändert.

Fahrgäste in ICE sollen in der ersten Klasse über W-Lan kostenlos im Internet surfen können, hier ist die Sitzplatz-Reservierung im Preis eingeschlossen. In der zweiten Klasse werde das kostenlose W-Lan voraussichtlich 2016 eingeführt.

Die Nullrunde in der zweiten Klasse des Fernverkehrs hat jedoch eine Einschränkung: Zahlungen per Kreditkarte und mit Paypal-System kosten künftig Gebühren für innerdeutsche Fernverkehrstickets und die Bahncards. Die Gebühr soll ab einem Betrag von 50 Euro fällig werden und maximal ein Prozent des Kaufpreises oder höchstens drei Euro betragen. Zahlungen per Lastschrift oder in bar sind davon nicht betroffen.

Konkurrenz durch Fernbusse macht Bahn zu schaffen

Die Bahn dreht damit trotz steigender Energie- und Personalkosten deutlich langsamer an der Preisschraube als in den Vorjahren. Im vergangenen Jahr hatte die Bahn die Preise im Nahverkehr um 2,9 Prozent, im Fernverkehr um 1,3 Prozent angehoben.

Als einen Grund nannte Homburg die Konkurrenz durch Fernbusse. "Wir wollen unseren treuen Kunden zeigen, dass wir schon mitbekommen haben, dass die Wettbewerbssituation eine andere ist." Die Bahn werde sich aber nicht auf einen Preiskampf einlassen. Homburg musste im Sommer zugeben, die neue Konkurrenz unterschätzt zu haben, als Anfang 2013 der Markt für Busstrecken über 50 Kilometer geöffnet wurde.

Auf den langen Strecken machen Fernbusse der Bahn mehr und mehr Konkurrenz. Sie sind meist zwar länger unterwegs, bieten aber günstigere Fahrkarten an. Mit Abstand die meisten Fahrgäste hat die Bahn im Regionalverkehr.

Bahn-Chef Rüdiger Grube hatte vor kurzem angekündigt, das Buchungssystem zu ändern und bestimmte Zuschläge abzuschaffen. So werde es beim Sparpreis keine Zuschläge mehr geben.

Kurz nach der diesjährigen Preisrunde drohen Fahrgästen wieder Streiks. Die Tarifverhandlungen der Bahn mit der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) waren vergangene Woche gescheitert. Die Mitglieder der GDL sind jetzt zu einer Urabstimmung über weitere Streiks aufgerufen. Am Donnerstag will die Gewerkschaft das Ergebnis der Abstimmung bekanntgeben.

abl/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.