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10. September 2019, 11:29 Uhr

Grün statt Rot

Bahn stellt neues ICE-Design vor

Ganz schön grün: Jetzt erhalten alle 280 ICE-Züge am ersten und letzten Wagen Streifen im neuen Look. Das neue Design soll auf den Einsatz von Ökostrom aufmerksam machen - und auf die neue Konzernstrategie.

In Großstädten Fernzüge im 30-Minuten-Takt, WLAN auch im Intercity, mehr Plätze in Pendlerzügen: So will die Deutsche Bahn nach ihrer neuen Konzernstrategie mehr Verkehr auf die Schiene verlagern. Sinnbild dafür soll ein neues Außendesign der ICE-Flotte sein.

Konzernchef Richard Lutz und der Bahnbeauftragte der Bundesregierung, Enak Ferlemann, haben einen der neu gestalteten Züge in Berlin präsentiert. Statt roter zieren nun grüne Streifen die Seiten des Highspeed-Zuges, zudem ein angedeuteter Stecker. ICE-Züge mit grünen Streifen sind allerdings schon seit letztem Jahr unterwegs.

Der Stecker solle zeigen, dass alle Fernverkehrszüge seit 2018 mit 100 Prozent Ökostrom unterwegs sind, teilte die Bahn mit. "Alle 280 ICE-Züge erhalten am ersten und letzten Wagen grünen Streifen als Symbol der klimafreundlichen Bahn." Allerdings ist das Label "klimafreundlich" mit Vorsicht zu genießen: Der Großteil des von der Bahn genutzten Stroms stammt nach SPIEGEL-Information noch immer aus konventionellen Quellen - etwa Gas- und Atomkraft sowie Kohlekraftwerken.

Ökostrom für alle Züge bis 2038, kostenfreies WLAN in Fernzügen bis 2021

Grundlage der neuen Konzernstrategie ist ein 170-Seiten-Papier mit dem Titel "Starke Schiene", das Lutz im Juni dem Aufsichtsrat präsentiert hatte. Das Bundesunternehmen zieht damit einen Schlussstrich unter frühere internationale Expansionspläne. Alles, was die Bahn tut soll sich auf die Stärkung der Eisenbahn in Deutschland ausrichten. Im Fernverkehr soll sich die Zahl der Fahrgäste nahezu verdoppeln, in Regionalzügen soll sie um die Hälfte zulegen.

Investieren will die Bahn vor allem in Mitarbeiter, neue Züge und Infrastruktur. Die Kapazität des Schienennetzes soll um 30 Prozent steigen - nicht nur durch neue Gleise, sondern auch durch Digitaltechnik, mit der die Züge dichter fahren können. Die Zahl der Fernverkehrszüge soll von rund 460 auf bis zu 600 wachsen.

Weitere Ziele sind: 100 Prozent Ökostrom der gesamten Flotte im Jahr 2038, ein Halbstundentakt für die Fernzüge in mehr als 30 Großstädten, doppelte Kapazität in den Bahnhöfen und einfachere Übergänge zu Fahrrädern, Bussen, Mietwagen und Tretrollern.

Bis 2021 sollen alle Fernzüge kostenfreies WLAN erhalten - also auch Intercity-Züge. Wie der hoch verschuldete Konzern die Ziele der neuen Strategie im Einzelnen finanzieren soll, ist aber noch weitgehend offen.

Deutschland wird seine Klimaziele nur erreichen, wenn es im kommenden Jahrzehnt gelingt, massiv Verkehr auf die Schiene zu verlagern", argumentiert Lutz in dem Papier. "Die starke Schiene hilft unserem Land."

abl/dpa

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