Fern- und Regionalverkehr Lokführer streiken am Wochenende

Freie Fahrt am Wochenende? Daraus wird nichts: Erneut treten die Lokführer in den Streik. Personenzüge sollen ab dem frühen Samstagmorgen stillstehen - bis Montag früh. Mehrere Millionen Reisende sind betroffen.
Pech für Pendler und Urlauber: Die Lokführer wollen am Wochenende wieder streiken

Pech für Pendler und Urlauber: Die Lokführer wollen am Wochenende wieder streiken

Foto: Jens Büttner/ dpa

Es ist die Woche des Stillstands: Am Mittwoch streikten die Lokführer, am Donnerstag dann die Piloten. Jetzt hat die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) für diesen Freitagnachmittag erneut zu einem bundesweiten Streik aufgerufen. Er soll mindestens 50 Stunden andauern. Und das, obwohl dieses Wochenende in sieben Bundesländern die Herbstferien beginnen.

Der Ausstand im Güterverkehr solle um 15 Uhr beginnen, teilte die GDL mit. Im Fern-, Regional- sowie S-Bahnverkehr werden die Züge am Samstag ab 2 Uhr nachts stillstehen. Das Ende des Streiks ist für Montagmorgen um 4 Uhr festgesetzt. Bahnreisende müssen sich am Wochenende also auf große Einschränkungen einstellen.

Der neue Ausstand fällt mit dem Ferienbeginn in Berlin, Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Sachsen zusammen. Außerdem enden die Ferien in Nordrhein-Westfalen und Thüringen. Mehrere Millionen Reisende werden von dem Streik beeinträchtigt sein, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn zu SPIEGEL ONLINE.

Fotostrecke

Bahnstreik am Mittwoch: Leere Gleise, genervte Pendler

Foto: Julian Stratenschulte/ dpa

"Die GDL läuft Amok"

GDL-Chef Claus Weselsky warf der Deutschen Bahn vor, nach wie vor nicht über die Tarifforderungen verhandeln zu wollen. Es handele sich um eine "Blockade auf dem Rücken" der Bahnkunden. Die Deutsche Bahn präsentiere sich in der Öffentlichkeit als offener Gesprächspartner, wolle aber "selbst nach vier harten Streiks" immer noch nur darüber reden, "wie die GDL für andere Berufsgruppen verhandeln könnte", kritisierte der GDL-Bundesvorsitzende. Der GDL fordere aber inhaltliche Verhandlungen.

Die Lokführer hatten ihre Arbeit in dieser Woche bereits am Mittwoch für 14 Stunden niedergelegt und damit den Zugverkehr in Deutschland teilweise lahmgelegt.

Auch die Deutsche Bahn findet klare Worte. Mit ihrem für das gesamte Wochenende angekündigten Streik hätte die GDL jedes Maß verloren. "Die GDL läuft Amok", hieß es am Freitag in einer Erklärung der Bahn in Berlin. Ohne Not würden Millionen von Menschen die Ferien verdorben. Es werde immer deutlicher, dass es nicht um die Interessen der Lokomotivführer gehe, "sondern um Allmachtsfantasien eines Funktionärs". Die Bahn bezog sich damit auf den GDL-Vorsitzenden Claus Weselsky.

Der Fahrgastverband "Pro Bahn" hat der GDL Kompromisslosigkeit vorgeworfen. Die Gewerkschaft verspiele mit ihren Aktionen den Rückhalt in der Bevölkerung und bei den Fahrgästen, sagte "Pro Bahn"-Bundessprecher Gerd Aschoff am Freitag.

Die GDL verlangt fünf Prozent mehr Lohn und kürzere Arbeitszeiten. Kern des Konflikts ist aber, dass sie dies nicht mehr allein für die 20.000 Lokführer fordert, sondern auch für rund 17.000 Zugbegleiter und Rangierführer. Diese will die größere Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft weiter vertreten. Die Bahn lehnt konkurrierende Abschlüsse für die selbe Berufsgruppe ab.

Was Sie wissen müssen, um am Wochenende zum Ziel zu gelangen, lesen Sie in unserem Servicetext.

Alles zum Bahnstreik am 18. und 19. Oktober

Die Lokführer der Deutschen Bahn werden ab Samstag, 2 Uhr bis Montag, 4 Uhr im Personenverkehr streiken. Die wichtigsten Infos für Reisende finden Sie hier.

jkö/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.