Züge und S-Bahnen Das müssen Sie zum Bahnstreik am Samstag wissen

Bahn-Streik am Samstag: Von 6 bis 9 Uhr stehen die Züge der Deutschen Bahn sowie viele S-Bahnen bundesweit still. Was Reisende jetzt wissen müssen.


Auf den Streik der Lufthansa-Piloten am Freitagabend folgt am Samstag ein Ausstand der Lokführer. Die Lokführergewerkschaft GDL hat für 6 bis 9 Uhr zum Arbeitskampf aufgerufen. Es ist der zweite Ausstand innerhalb einer Woche: Bereits am Montag hatten die Lokführer gestreikt.

Drei Stunden standen die Züge deshalb am Abend, zwischen 18 und 21 Uhr, still. Zehntausende Reisende waren betroffen. Am Dienstag verlief der Zugverkehr wieder weitgehend normal.

Die wichtigsten Fragen (und Antworten) im Überblick:

Wie stark werden die Behinderungen voraussichtlich sein?

Der Samstag ist gewöhnlich der verkehrsärmste Tag bei der Bahn. Jedoch könnte es am Morgen bei der Lufthansa noch eng sein, deren Piloten für Freitagabend zum Streik aufgerufen haben. Ein Ausweichen auf Züge ist durch den angekündigten Ausstand bei der Bahn dann kaum mehr möglich. Die Bahn hatte zuvor angekündigt, auf den dadurch möglicherweise größeren Andrang vorbereitet zu sein.

Betroffen vom neuerlichen Streik der Lokführer sind Regional- und Fernzüge, die S-Bahnen in Berlin und Hamburg sowie der Güterverkehr. Die Bahn kritisierte die Aktion als "völlig irrational".

Wo bekomme ich Informationen zum Zugverkehr?

Die Bahn hat angekündigt, in den Zügen und auf Bahnhöfen am Samstag mehrere Hundert Mitarbeiter zur Verstärkung einzusetzen, vor allem beim Service-Personal, den Betriebszentralen und Transportleitungen und bei der Reisendeninformation.

Fahrgäste können zudem hier aktuelle Informationen zur Verkehrslage bei der Deutschen Bahn erhalten oder durch Anruf bei der kostenpflichtigen Service-Nummer 0180-6996633. Zusätzlich hat die Bahn am Samstag auch zeitweise - zwischen 5 und 12 Uhr - die kostenlose Service-Hotline 08000-996633 geschaltet.

Kann ich noch stornieren - und bekomme ich das Geld zurück?

Kunden der Deutschen Bahn, "die aufgrund von streikbedingten Zugausfällen, Verspätungen oder Anschlussverlusten ihre Reise nicht wie geplant durchführen können", können ihre Fahrkarte und Reservierung in den DB Reisezentren oder DB Agenturen kostenlos erstatten lassen, teilte das Unternehmen mit.

Sie können auch den nächsten - auch höherwertigen - Zug nutzen. Bei zuggebundenen Angeboten wird dann die Zugbindung aufgehoben.

Ausgenommen sind laut Bahn regionale Angebote mit erheblich ermäßigtem Fahrpreis (Schönes Wochenende-, Quer-durchs-Land- oder Länder-Tickets) sowie reservierungspflichtige Züge.

Falls sich durch den Streik ein Zug um mehr als 60 Minuten verspätet, bekommen die Fahrgäste einen Teil ihres Fahrpreises zurück. Im September 2013 hatte der Europäische Gerichtshof(EuGH) entschieden, dass Bahnkunden auch bei höherer Gewalt eine Entschädigung bekommen.

Kommt ein Fahrgast mindestens eine Stunde zu spät am Ziel an, muss ihm daher auch im Streikfall 25 Prozent des Fahrpreises erstattet werden. Bei zwei Stunden Verspätung sind es 50 Prozent. Der Aufpreis für den ICE-Sprinter wird schon ab 30 Minuten Verspätung des Sprinters erstattet.

emt/dpa

insgesamt 22 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
bin verwirrt 05.09.2014
1. Umgangsrecht
Samstag ist sicherlich nicht unbedingt der Hauptreisetag, jedoch gibt es eine Gruppe, für die dieser Tag enorm wichtig ist. Es betrifft Elternteile und Kinder, die oft nur an Wochenende den Umgang ausüben können, da sie getrennt sind. Schade, wenn dies so ein Streik verhindert. Ganz böse Mütter und Väter machen das dann sogar beim Jugendamt geltend. Tja, da hängt meist viel dran.
peterlustig_1 05.09.2014
2. Es ist unglaublich!
Es ist unglaublich, welchen volkswirtschaftlichen Schaden die Streikenden hier ungestraft anrichten dürfen! Dafür habe ich keinerlei Verständnis. Vor allem haben aber auch Bahnkunden unter dieser Erpressungshandlung zu leiden.
auf_dem_Holzweg? 05.09.2014
3. DB - ehamalig Bürgererworbene Ware, verschachert durch den Staat...
und zwar für eine Apfel und ein Ei... die Bahn macht nun was sie will. Seit Jahren. Seit Jahrzehnten. Und es wird immer schlimmer... Was die Bahn angeht da hilft nur eines: Nutzt sie nicht, fahrt Auto, das ist genau das was auch die Regierung will!
antipinguin 05.09.2014
4.
Hieß es nicht zu Beginn der Woche seitens der GDL, es werde in dieser Woche keine weiteren Arbeitsniederlegungen geben? Das wäre dann schon der zweite Wortbruch innerhalb der aktuellen Verhandlungsphase. Ich muss gestehen, meine anfängliche Solidarität und mein Verständnis sind auf ein Minimum herabgesunken.
toskana2 05.09.2014
5. nicht sicher
Ich bin mir nicht sicher, ob unser Grundgesetzt mit "Koalitionsfreiheit" meint, zwei Gewerkschaften dürften ihre Ziele dadurch erreichen, dass sie Hand in Hand ein ganzes Land lahm legen dürfen! Aber vielleicht ist dieses Streikgebaren einer höheren Gewerkschafts-Logik verschuldet, die ein Normalbürger nicht nachvollziehen kann - die direkt Betroffenen schon gar nicht!
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.