Zu voll Balearen- und Kanaren-Regierungen erwägen Touristen-Limit

Wegen Überfüllung geschlossen: Die neuen Regierungen der Balearen und Kanaren überlegen, die Zahl der Touristen auf den Urlaubsinseln zu begrenzen. Im Sommer sei deren Aufnahmekapazität erschöpft.

Gran Canaria: Spanier wollen Urlauberzahl begrenzen
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Gran Canaria: Spanier wollen Urlauberzahl begrenzen


Kurz nacheinander haben sich die Regierungen der Kanaren und Balearen für eine Beschränkung des Tourismus auf ihren Inseln ausgesprochen. Der neue Ministerpräsident der Kanaren, Fernando Clavijo, hat der spanischen Zeitung "El País" ein Interview gegeben und darin vor allem den All-inclusive-Tourismus kritisiert.

"Es nützt niemandem, wenn zwar 20 Millionen Gäste kommen, diese aber die Vielfalt der Angebote nicht nutzen, weil sie All-inclusive buchen", sagte der Politiker des nationalistischen Parteienverbandes Coalición Canaria. Daher müsse es eine Begrenzung der Touristenzahlen aus Rücksicht auf die Umwelt und auf die restliche Wirtschaft geben.

Auch Biel Barceló von der neuen linken Regierung der Balearen zieht ein Touristenlimit für die Sommermonate in Betracht. Eine solche Regelung sei "in der Zukunft nicht ausgeschlossen", erklärte der stellvertretende Ministerpräsident der Autonomen Gemeinschaft in Palma de Mallorca. Alle seien sich darüber im Klaren, dass vor allem in den Sommermonaten die Aufnahmekapazität der Balearen "total erschöpft" sei.

Es gebe viel Spielraum, um den Tourismus außerhalb der Hauptsaison wachsen zu lassen, sagte Barceló, der in erster Linie für Fremdenverkehr und Wirtschaft zuständig ist.

Nach offiziellen Zahlen kommen 80 Prozent der 14 Millionen Touristen, die die Balearen jährlich besuchen, im Sommer auf die Mittelmeerinseln Mallorca, Ibiza, Menorca und Formentera. Die seit Juni in Palma regierenden linken Parteien wollen unter anderem auch eine Touristenabgabe einführen.

abl/dpa



insgesamt 9 Beiträge
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jewiberg 14.07.2015
1. Malle nur noch für Wohlhabende?
Scheint ja der Plan der linken Regierung zu sein. Tourismusabgabe und weniger all inclusiv. Am besten nur noch mindestens 4 Sterne Hotels. Naja, mal sehen wie lange das gutgeht bevor die Arbeitslosigkeit auf den Inseln steigt.
Ursprung 14.07.2015
2. Zu schoen fuer Massen
Mallorca ist viel zu schoen fuer die Pauschaltouristenmassen. Da, wo die sind, sollte man auch bisher schon einen grossen Bogen machen. Sind ohnehin die haesslicheren Bereiche, nicht preisguenstiger aber billiger.
bilar 14.07.2015
3. Beispiel Gran Canaria
Leider ist es auf Gran Canaria mit am Besten zu beobachten, dass das Geschäft mit All-inclusive der Einheimischen Wirtschaft schadet. Es herrscht mehr Arbeitslosigkeit, Shopingcenter stehen leer und es gibt Animateure, die kaum etwas zu Essen haben, weil sie nicht mehr bezahlt werden. Solche Hotels müssten eigentlich Abgaben zahlen, pro All-inclusive Urlauber!
chb_74 14.07.2015
4. Notwendige Korrektur
Letztlich leiden doch diese wunderschönen Inseln bzw. Landschaften unter den Massen von Touristen, die sich - wenn sie sich aus ihrer Hotelburg rausbewegen - auch nicht immer so rücksichtsvoll verhalten, wie es angemessen wäre. Die Massen an schmutzigem Wasser und Abfällen sind ja inzwischen auch ein echtes Problem für die Inseln geworden, ganz zu schweigen vom Energieverbrauch... Ich bin mir auch nicht sicher, ob ein Rückgang des ganz billigen Massentourismus zu deutlich höherer Arbeitslosigkeit führen würde, denn wenn mehr höherpreisige Angebote wahrgenommen werden, bleibt auch mehr für die lokalen Anbieter übrig.
Rainer Helmbrecht 14.07.2015
5.
Man könnte auch sagen, wenn es dem Esel zu wohl wird, geht er aufs Eis. Als es der Deutschen Bank zu Wohl ging, führte sie ein Mindestvermögen von 200.000€ ein. Alte Kunden wurden in die Unterschichten abteilung gedrängt. So richtig hat sich das nicht durchgesetzt und heute freut sich DB auch wieder über Normal Kunden. Die Bäume wachsen nicht in den Himmel und Kleinvieh macht auch Mist und Mist ist ein guter Dünger, auf dem alles Wächst.
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