Per Ballon in 30 Kilometer Höhe US-Firma will Stratosphären-Reisen anbieten

30.000 Meter über dem Meer schweben und den Erdball von oben sehen - für 55.000 Euro soll das bald möglich sein. Eine Firma aus Arizona will Touristen ab 2016 Ballonfahrten in die Stratosphäre bieten. Als Weltraumausflug zählt das allerdings noch nicht.

REUTERS/ World View Enterprises

Die Stille, die endlose Weite: Im Kinodrama "Gravity" schwärmen Sandra Bullock und George Clooney von der Schönheit des Weltraums, und Millionen Kinozuschauer schwärmen mit. Tatsächlich wächst die Zahl derer, die gern mal ins All reisen würden, und mit ihr die Branche des Raumfahrttourismus.

Auch ein Start-up-Unternehmen aus Arizona will jetzt von dem Boom profitieren: Mit Hilfe eines Heliumballons will es jeweils acht Passagieren einen atemberaubenden Blick aus 30 Kilometern Höhe auf ihren Heimatplaneten ermöglichen. Als echter Weltraumausflug zählt das noch nicht, dazu ist eine Reisehöhe von 100 Kilometern nötig.

75.000 Dollar (55.000 Euro) soll das Abenteuer pro Person kosten, wie die Firma World View Enterprises mitteilte. Der erste Flug ist in drei Jahren vorgesehen.

Nach den Plänen von World View Enterprises soll der Ballon eine von der US-Luftfahrtbehörde FAA geprüfte, luxuriöse Passagierkapsel in die Höhe ziehen. Zwei Stunden lang können die Fahrgäste demnach dort verweilen, dann wird die Kapsel vom Ballon getrennt und schwebt zurück zur Erde. Die Insassen erwarte eine spektakuläre Aussicht auf die "Erdkrümmung, die Schwärze des Weltraums und das Strahlen der Sterne", heißt es in der Erklärung. Die Eindrücke dürften dem ähneln, was der österreichische Extremsportler Felix Baumgartner vor einem Jahr beim Aufstieg zu seinem Rekordsprung erlebt hat. Millionen Zuschauer verfolgten das Ereignis im Livestream auf dem Online-Portal YouTube.

Die Chefin des Start-up, Jane Poynter, hat gemeinsam mit ihrem Mann Taber MacCallum auch die Paragon Space Development Corporation gegründet, die für die Entwicklung der Kapsel zuständig ist. Das Unternehmen arbeitet bereits mit der NASA sowie mit dem Multimillionär und ersten Weltraumtouristen Dennis Tito zusammen. Nach seiner Premiere im Jahr 2001 will Tito nun gemeinsam mit zwei Astronauten in 500 Tagen den Mars umrunden.

bon/AFP



insgesamt 4 Beiträge
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karl-der-gaul 23.10.2013
1. Hat
die NSA auch diese Idee von D gestohlen?
zila 23.10.2013
2. @karl-der-gaul
Nein, Innovation findet in der Regel woanders statt, mittelstaendische Duebelhersteller u.ae. mal ausgenommen. Aber es ist Wahnsinn, unsere begrenzten Heliumvorraete so zu verschwenden, es gibt viel zu viele Geraete in Medizin und Wissenschaft, die auf Heliumkuehlung fuer starke Magnetfelder angewiesen sind.
neutron76 23.10.2013
3. Warum keinen Wasserstoff?
Helium ist zwar im Moment günstig, da die Amerikaner ihre strategischen Reserven verkaufen, aber die Vorräte sind begrenzt und werden für andere Zwecke notwendiger gebraucht.
JaguarCat 24.10.2013
4. Helium
Praktisch alles Erdgas, das auf dieser Welt gefördert wird, enthält auch Helium. Es wird nur üblicherweise nicht abgetrennt, weil das sehr aufwändig ist. So lange Helium vergleichsweise günstig ist, macht sich kaum jemand die Mühe der Abtrennung. Steigt der Heliumpreis, werden neue Abtrennanlagen gebaut, und dann sinkt der Preis wieder ... Jag
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