Bangladesch Millionär baut Taj Mahal nach

Mega-Tourismusprojekt in einem armen Land: Weil sich in Bangladesch nur wenige Menschen eine Auslandsreise leisten können, wollte ein Millionär dem Volk etwas Gutes tun - er baute Indiens Wahrzeichen nach, das Mausoleum Taj Mahal.


Ein reicher Filmemacher aus Bangladesch hat das Taj Mahal in seinem Heimatland nachgebaut. Nach fünf Jahren Bauzeit soll das 58 Millionen Dollar teure Bauwerk noch im Dezember fertiggestellt werden.

"Jeder träumt davon, das Taj Mahal zu sehen, aber nur wenige Menschen aus Bangladesch können die Reise antreten, weil es für sie zu teuer ist", beschrieb Ahsanullah Moni seine Motivation für das Megaprojekt. Er hoffe, dass seine Version in Sonargaon, 30 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Dhaka, sich als genauso großer Magnet für einheimische und ausländische Besucher erweisen werde wie das Original.

Bangladesch hat bislang sehr geringe Tourismuseinnahmen, laut Welttourismusorganisation besuchen nur 0,1 Prozent der Asien-Besucher das Land.

Moni besichtigte das echte Taj Mahal in Indien erstmals im Jahr 1980, sechs weitere Besuche folgten, nachdem er die Idee hatte, das Bauwerk nachzubilden. Er beauftragte Architekten, die genauen Dimensionen des Originals abzumessen und ließ sich von sechs Technikern aus Indien helfen. Im Jahr 2003 begannen die Bauarbeiten.

Moni importierte Marmor und Granit aus Italien, Diamanten aus Belgien und verwendete 160 Kilogramm Bronze für die Kuppel. "Ich habe den gleichen Stein benutzt wie beim echten Taj", sagte Moni. "Wir verwendeten Maschinen, deshalb ging der Bau so schnell. Sonst wären 20 Jahre und 22.000 Arbeiter nötig gewesen, um das zu bewerkstelligen."

Das indische Taj Mahal war im 17. Jahrhundert von Schah Jahan als Mausoleum für seine im Kindbett verstorbene zweite Frau errichtet worden. "Schah Jahan hat das Taj aus Liebe zu seiner Frau gebaut, ich habe mein Taj aus Liebe zu Schah Jahan gebaut", sagte Moni.

Moni besitzt ein Drei-Sterne-Hotel und ein Kino in Dhaka und hat bislang 20 Filme gedreht, die in Bangladesch große Erfolge waren.

sto/AP



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