Berlin Airbus wegen defekter Cockpitscheibe zur Umkehr gezwungen

Zwei Stunden nach ihrem Start hat eine Maschine der "Egyptair" wegen eines Risses in der Cockpitscheibe nach Berlin-Schönefeld zurückkehren müssen. Der Druckverlust und die Kälte im Cockpit zwangen die Piloten tief zu fliegen - und sich zudem die Decken einiger Passagiere zu leihen.


Berlin - Der Airbus 321-200 der ägyptischen Fluglinie "Egyptair" sei um 16.50 Uhr ohne Komplikationen gelandet, es habe keine Verletzten gegeben, sagte ein Sprecher der Bundespolizei am Sonntag. Zwei Stunden zuvor war die Maschine in Berlin-Schönefeld Richtung Kairo gestartet. Der Sprecher bestätigte damit einen Bericht der "Berliner Zeitung". In der Scheibe sei ein Riss gewesen.

Der Airbus hatte um 14.45 Uhr abgehoben. "Die Maschine gewann aber keine richtige Höhe sondern ging stattdessen immer weiter runter", sagte eine Passagierin. "Plötzlich rief der Kapitän panisch seine Crewmitglieder über Lautsprecher ins Cockpit", wird sie zitiert. Viele Passagiere hätten dies nicht mitbekommen, da das Englisch des Piloten einen starken arabischen Akzent gehabt habe. Wegen des Druckverlustes und der Kälte im Cockpit flog der Airbus in geringer Höhe langsam zurück, wie der Sprecher der Bundespolizei sagte.

Nach Angaben des Sprechers der Berliner Flughäfen, Ralf Kunkel, handelte es sich nicht um eine Notlandung. Der Zeitung zufolge haben sich an Bord dramatische Szenen abgespielt. Die Passagiere der ersten Reihen hätten ihre Decken abgeben müssen, weil die Piloten froren.

Nach Angaben der Bundespolizei soll die Maschine in Berlin repariert werden und vermutlich am Montag wieder starten. Die Passagiere seien in Hotels untergebracht worden.

fsc/dpa/ddp/AP



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