Beschwerde über Flugzeug-Essen Wie toter Hamster zu Weihnachten

Senfsoßen-Horror über den Wolken: Ein enttäuschter Passagier von Virgin Airways hat den vielleicht lustigsten Beschwerdebrief aller Zeiten geschrieben - und wurde daraufhin von Fluglinien-Chef Richard Branson als Catering-Tester eingeladen.

London - Ungenießbares Essen, kaputter Bildschirm: Ein britischer Flugpassagier hat nach einer Reise von Mumbai nach London-Heathrow mit Virgin Atlantic seinem Ärger mit einem sarkastischen Beschwerdebrief Luft gemacht. Zusammen mit einigen Fotos, die das optische Erscheinungsbild des an Bord servierten Essens dokumentierten, sandte er seine Beschwerde an Richard Branson, den Chef der Fluglinie, wie die britische Zeitung "Telegraph" berichtet.

Der Flug fand bereits am 7. Dezember vergangenen Jahres statt, doch seit der Brief in dem britischen Gossip-Blog Popbitch.com veröffentlicht wurde , sorgt er auch im Internet für Erheiterung. Der Passagier Oliver Beale gibt sich darin zunächst als großer Fan der Fluglinie aus, bezeichnete jedoch das Essen an Bord als einen Affront gegen die Fluggäste. Außerdem echauffierte sich der in London lebende Werbetexter darüber, dass sein Multimediabildschirm nur kaum erkennbare Flimmerbilder mit hässlichen Querstreifen zeigte.

Beale schrieb, dass er sich beim Entfernen der Essensfolie wie ein Kind gefühlt habe, das in seinem Weihnachtspaket statt der erhofften Stereoanlage seinen toten Hamster vorfindet, und beschwerte sich über die übermäßige Menge an Senf in seiner Mahlzeit.

Kurz nach Erhalt des Briefs rief Firmenchef Richard Branson persönlich an und lud den Passagier ein, die Firma zu besuchen, die für die Verpflegung an Bord zuständig ist. Dort solle er dabei helfen, das Speisenprogramm für zukünftige Flüge auszuwählen, berichtete die Zeitung. Die Fluglinie gab an, die Kritik sehr ernst zu nehmen.

Lesen Sie hier Auszüge aus dem Beschwerdebrief in deutscher Übersetzung

"Stell dir vor, du bist ein zwölfjähriger Junge, Richard. Jetzt stell dir vor, du sitzt am Weihnachtsmorgen vor dem letzten noch nicht geöffneten Geschenk. Es ist ziemlich groß, und du weißt, was es ist: die Stereoanlage, die du aus dem Katalog ausgesucht hast und die du dir vom Weihnachtsmann gewünscht hast. Doch dann öffnest du das Päckchen, und sie ist nicht darin. Darin liegt dein Hamster, Richard. Es ist dein Hamster in der Box, und er atmet nicht. Genau so habe ich mich gefühlt, als ich die Folie von dem Essen entfernte, und Folgendes sah: […] Es ist Senf, Richard. SENF. Mehr Senf, als irgendjemand in einem Monat konsumieren kann."

Zu einem Foto undefinierbarer schwammartiger Dinge in kleinen Schüsseln:

"Was ist das? Warum wurde mir das gegeben? Was habe ich getan, um das zu verdienen? Und was davon ist die Vorspeise, was Dessert?"

"Der Kartoffelstampfer war offensichtlich kaputt, deshalb wurde entschieden, dass die nächstbeste Möglichkeit der Zerkleinerung wäre, die Kartoffeln durch den Verdauungstrakt eines Vogels zu befördern. Sobald es wieder draußen war, wurde es offensichtlich mit ein wenig Senf vermischt."

Über einen kleinen Keks in Plastikfolie:

"Es sieht aus wie das Beweisstück von einem Verbrechensschauplatz. EINEM VERBRECHEN GEGEN DIE VERDAMMTE KOCHKUNST. […] Du würdest es bestimmt nicht wollen, dass man dich am Zoll mit so was erwischt. Stell dir vor, in ein Stück Messing zu beißen, Richard. Das wäre für die Zähne weicher."

Nachdem dann auch noch der Fernsehschirm ein gestörtes Bild hatte:

"Meine einzige Option war, auf den Sitz vor mir zu starren und auf Essen oder Schlaf zu warten. Für eine enorm lange Zeit wurde keine dieser Erwartungen erfüllt. Aber als es dann doch so weit war, übertraf es meine wildesten Erwartungen: Jawohl! Noch eine Verbrechensschauplatz-Keks!"

Am Schluss des Briefs wendet er sich wieder an Branson persönlich:

"Ich kann mir kaum vorstellen, wie ein Essen bei dir zu Hause aussieht. Das erinnert vermutlich an die Szenen aus einer Tierdokumentation."

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