Betriebsversammlung Reisezentren der Bahn bleiben bundesweit geschlossen

Kein persönlicher Service beim Fahrkartenkauf: Wegen einer Versammlung der Mitarbeiter bleiben am Freitag fast alle Reisezentren der Deutschen Bahn geschlossen. Die Passagiere müssen auf Automaten ausweichen - oder im Zug ihr Ticket kaufen.

Fahrgast am Berliner Hauptbahnhof: Reisende müssen Tickets am Automaten kaufen
dapd

Fahrgast am Berliner Hauptbahnhof: Reisende müssen Tickets am Automaten kaufen


Berlin - Die Reisezentren der Deutschen Bahn bleiben am Freitag mit Ausnahme von Hamburg und Schleswig-Holstein bundesweit geschlossen. Grund ist eine von den Beschäftigten einberufene Betriebsversammlung, wie die Bahn in Berlin mitteilte. Fahrkarten können daher ausschließlich an Automaten gekauft werden.

An großen Bahnhöfen informiert zusätzliches Servicepersonal über Verkehrsverbindungen, ansonsten müssen die Auskünfte ebenfalls über die Automaten eingeholt werden. Alternativ können Fahrkarten auch direkt an Bord der Fernverkehrszüge wie ICE, Intercity oder Eurocity zum Normalpreis gekauft werden, teilte die Bahn mit.

"Die Kunden nehmen es gelassen hin", sagte Oliver Kaufhold, Sprecher der Verkehrsgewerkschaft EVG, in Berlin. Eine kostenlose Info-Telefonnummer wurde unter 08000 99 66 33 eingerichtet. In Schleswig-Holstein und Hamburg hatten die Versammlungen schon am Donnerstag stattgefunden, deshalb sind die Reisezentren dort am Freitag geöffnet.

Hunderte Stellen sollen wegfallen

Bei den Betriebsversammlungen geht es darum, dass die Bahn nach Informationen der EVG in den kommenden fünf Jahren rund 700 Stellen in den Reisezentren streichen will. Derzeit gibt es dort rund 2350 Arbeitspätze.

Das Unternehmen kündigte an, mit den Arbeitnehmervertretern für die Jahre 2012 bis 2014 eine "verlässliche Dreijahresplanung" anzustreben. Bis 2016 sollen 350 Reiseberater innerhalb der Deutschen Bahn neue Arbeitsplätze finden, etwa die gleiche Zahl werde durch "natürliche Fluktuation" oder altersbedingt ausscheiden, hieß es.

Die EVG kritisierte die geplanten Stellenstreichungen. "Wir sehen das seit Jahren als Holzweg", sagte Kaufhold. "Die Menschen am Schalter sind ein Stück weit das Gesicht der Bahn." Die Bahn will allerdings kein Reisezentrum schließen. "Die Präsenz bleibt erhalten", betonte ein Bahnsprecher.

sto/dpad/AFP



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