Ungeziefer in Berghütten Deutscher Alpenverein rüstet gegen Bettwanzen auf

Ihre Körper sind winzig, doch sie sind ein riesiges Problem: Bettwanzen. Die Insekten breiten sich gerade in den Alpen aus. Mit ein paar einfachen Mitteln wollen Hüttenwirte das Ungeziefer nun bekämpfen.

Bergpanorama (Symbolfoto): Bettwanzen sind ein weltweites Problem
Emil Dalboe/ 500px Plus/ Getty Images

Bergpanorama (Symbolfoto): Bettwanzen sind ein weltweites Problem


Dieses Ungeziefer kann wirklich keiner im Urlaub gebrauchen, doch Bettwanzen sind in Hotels auf der ganzen Welt ein Problem - und auch in den Berghütten der Alpen. Schon seit einigen Jahren machen sich die Plagegeister hier breit: Zuerst im Kaisergebirge, dann auch im Zugspitzgebiet, im Allgäu und auch in Österreich.

Der Deutsche Alpenverein (DAV) will das Problem nun verstärkt angehen - und seine Hütten in dieser Saison deutlich besser gegen Bettwanzen schützen als bislang. Hüttenwirte rüsten sich nun beispielsweise mit Mikrowellengeräten, hellblauen Decken und besonderen Säcken für das Gepäck gegen die Wanzen.

Grund ist nicht zuletzt die Zunahme des Bergwandertourismus. Touren von Hütte zu Hütte sind immer mehr in Mode gekommen. Die Gäste schleppen die Tiere unwissentlich in ihren Schlafsäcken und Rucksäcken von einem Haus zum anderen - wo sie immer wieder mühsam bekämpft werden müssen.

"Seit den Neunzigerjahren beobachtet man weltweit eine Zunahme beim Auftreten dieser Wanzen", sagt die Biologin und Schädlingsexpertin beim Umweltbundesamt, Carola Kuhn. Die Tiere werden aus dem Urlaub im Gepäck auch mit heim genommen. Weltweite Reisen - das sei der typische Ausbreitungsweg für die Wanzen, so Kuhn. "Die wesentliche Ursache für die Zunahme wird darin gesehen, dass sie resistent sind gegen Wirkstoffe, deshalb schwerer zu bekämpfen sind und sich stärker ausbreiten."

Die DAV-Hütten sind mit dem Problem nicht allein. Unterkünfte weltweit kämpfen mit der Plage. Bettwanzen hätten nichts mit Hygienemängeln zu tun, sagt Kuhn. Denn die Tiere sitzen hinter Leisten oder in Ritzen - da hilft auch Putzen nicht. Zumindest aber seien Wanzen ungefährlich. "Sie sind nicht dafür bekannt und man konnte bisher nie nachweisen, dass sie Krankheitserreger auf den Menschen übertragen."

Wie erkennt man Bettwanzen? Und was ist zu tun?

So einfach zu erkennen sind die Stiche der nachtaktiven Bettwanze nicht. Sie ähneln Mücken- oder Flohbissen, häufig treten mehrere nah beieinander auf.

Experten raten bei einem Verdacht auf Wanzen, den gesamten Rucksack- oder Kofferinhalt auf einem weißen Laken gründlich zu untersuchen. Außerdem sollte man die Wäsche bei mindestens 45 Grad waschen und am besten vorher einige Stunden in Seifenlauge einweichen.

Wanzenbisse sind relativ harmlos. Die Insekten können theoretisch Krankheiten übertragen, doch in den meisten Fällen bilden sich lediglich kleine rote Punkte oder Quaddeln auf der Haut. Salben mit Antihistaminika können den Juckreiz lindern.

jus/dpa



TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.