BGH stärkt Kundenrechte Reisebüros müssen sich absichern

Was macht man, wenn der ausländische Reiseveranstalter pleitegeht, bei dem der Urlaub gebucht wurde? Damit Kunden ihr Geld zurück bekommen, müssen sich deutsche Reisebüros absichern, entschied der BGH.

Karlsruhe - Der Bundesgerichtshof hat die Anforderungen an Reisebüros im Umgang mit ausländischen Reiseveranstaltern präzisiert. Ein deutsches Reisebüro müsse nachweisen, dass Reisende auch im Fall einer Insolvenz eines Reiseveranstalters aus dem EU-Ausland abgesichert seien, entschied der BGH am Dienstag. Andernfalls dürfe das Reisebüro die Kosten für die Reise nicht entgegennehmen. (Az. X ZR 105/13)

Ein Reisevermittler müsse in solchen Fällen zwar keinen Sicherungsschein vorlegen, wie er von inländischen Reiseveranstaltern gefordert werde. Der Nachweis der Kundengeldabsicherung müsse sich aber auf die konkreten Reisenden und die von ihnen gebuchte Reise beziehen. Nicht ausreichend sei eine pauschale Erklärung des ausländischen Reiseveranstalters.

Der BGH entschied, dass das in Deutschland ansässige Internetreisebüro e-domizil die entsprechenden Anforderungen im vorliegenden Fall nicht erfüllt habe. Deshalb müsse e-domizil Klägern den gezahlten Reisepreis nach der Insolvenz eines niederländischen Reiseveranstalters erstatten.

Die Reisenden hatten über das Internetreisebüro eine viertägige Flusskreuzfahrt gebucht. Diese fand aber nicht statt, weil der niederländische Reiseveranstalter in finanzielle Schwierigkeiten geraten war und schließlich insolvent wurde. Den Reisepreis zahlte er nicht zurück. Deshalb gingen die Kläger gegen das deutsche Reisebüro vor - und behielten nun auch in dritter Instanz die Oberhand.

jkö/dpa

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